Wirtschaft : Ein Gewinner der Fußball-WM

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Von Bernd Hops

Die Welt ist in einem Konjunkturtief, Deutschland ganz besonders. Und trotzdem gibt es erfolgreiche Unternehmen. Henkel ist eines davon. Während die Konkurrenz über die Kaufzurückhaltung der Verbraucher klagt, hat Henkel-Chef Ulrich Lehner seinen Konzern geschickt umgebaut und frühzeitig auf die Sparbremse gedrückt. Von den Bereichen Chemie und Hygiene hat sich Henkel getrennt und auf Markenartikel und Klebstoffe konzentriert. Die Früchte erntet Henkel jetzt. Im vergangenen Jahr sah die Welt noch schlechter aus. Das Unternehmen musste Gewinnprognosen senken, der Verkauf des Tochterunternehmens Cognis brachte weniger als geplant. Davon hat sich das Unternehmen offenbar gut erholt.

Aber Erfolg ist nicht nur planbar. Erfolg verdankt Henkel auch dem Zufall. Denn nebenbei profitiert das Unternehmen auch von Ereignissen, die man nie mit Henkel in Verbindung gebracht hätte. In Düsseldorf klingeln die Kassen auch durch die Fußballweltmeisterschaft in Asien. Eine ganze Reihe von japanischen und südkoreanischen Fußballspielern hatte sich die Haare gefärbt, ihre Fans eifern ihnen auch noch Wochen nach dem WM-Finale nach.

Auf weitere Zufälle mag Lehner nicht vertrauen und kündigte ein weiteres Sparprogramm an. Das allein wird aber nicht reichen. Den Verkäufen von Töchtern sind noch keine Zukäufe gefolgt. Viel Zeit hat Lehner nicht mehr. Sollte die Konjunktur bald wieder anspringen, werden potenzielle Partner wieder teurer – und Henkel ist noch längst nicht in der Spitzengruppe der Konsumgüterhersteller. Erfolg kann man auch verspielen.

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