Wirtschaft : Ein Gipfel, neun Chefs, eine Insolvenz Usedomer Hersteller des G-8-Strandkorbs ist pleite

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Legendär: Der Riesenstrandkorb beim G-8-Gipfel in Heiligendamm. Foto: ddp

Berlin - Eine Frau, acht Männer und ein Strandkorb: Das Bild mit Angela Merkel, sieben weiteren Regierungschefs und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso zum G-8-Gipfel im Juni 2007 in Heiligendamm ist legendär. Nur ein Jahr später muss nun die Herstellerfirma des Riesen-Strandkorbs, die Heringsdorfer Korb GmbH auf Usedom, Insolvenz anmelden. Bereits vor Weihnachten sei ein Eigenantrag seitens der Geschäftsführung eingereicht worden, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Stralsund dem Tagesspiegel am Montag. Vorläufiger Insolvenzverwalter sei der Greifswalder Rechtsanwalt Jörg Sievers.

Die Korb GmbH beschäftigt rund 40 Mitarbeiter und ist eigenen Angaben zufolge die älteste produzierende Strandkorbfabrik in Deutschland. Das Unternehmen wurde 1925 in Wolgast gegründet und produzierte rund 6000 Strandkörbe pro Jahr, von denen etwa 70 Prozent in Deutschland abgesetzt wurden. Eine einfache Strandkorbausführung war ab 600 Euro zu haben. Jedoch bot das Unternehmen auch exklusive Strandkörbe mit eingebauten Sitzheizungen, Kühlschränken und Flachbildschirmen an. Je nach Ausstattung kostete solch ein Hightech-Korb dann bis zu 6000 Euro.

Über den Preis des Gipfelkorbs wollte sich Mathias Fromholtz, der Chef der Korb GmbH, nie äußern. Bekannt ist nur, dass 200 Kilometer Flechtband und 200 Arbeitsstunden dafür benötigt wurden. Nach dem Fototermin beim G-8-Gipfel war der Strandkorb für rund eine Million Euro zugunsten der Aktion „Ein Herz für Kinder“ versteigert worden. mbr

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