Wirtschaft : Ein gutes Geschäft nur auf den ersten Blick

Auf den ersten Blick machen die Verbraucher in Deutschland ein Geschäft.Wenn der Euro am 1.Januar zumindest als Buchgeld eingeführt wird, sinkt die Zinsbelastung für kurzfristige Kredite, etwa für den Überziehungs- oder Dispokredit für das Girokonto, um die Hälfte.Mußten hierzulande 1996 nach Angaben der Bundesbank noch vier Mrd.DM an Zinsen für in den Miesen stehende Girokonten an Banken und Sparkassen gezahlt werden, so sind es ab 1999 "nur" noch gut zwei Mrd.DM.Auf den zweiten Blick aber wird deutlich, daß in Zukunft genauso so viel gelöhnt werden muß wie vorher.Statt D-Mark aber nun in Euro.Am Wert der Schulden und damit auch der Zinszahlungen ändert sich nichts: Der Euro halbiert die Schulden - bei einem Kurs von etwa 1,95 DM für einen Euro - nur optisch.

Kurzfristige Kredite bleiben auch in Euroland die teuerste Form des Schuldenmachens.Wer heute befürchtet, daß der Euro doch nicht so stabil wird wie die D-Mark - was die Zinsen nach oben treiben würde - der sollte vorbauen: Kreditlinien kurzfristiger Art reduzieren und für Anschaffungen im Zweifelsfall langfristig sparen oder, wenn vorhanden, auf Erspartes zurückgreifen.Oder andere Kreditformen in Erwägung ziehen.Wer mit seiner Bank einen variabel verzinsten Kredit vereinbart hat, sollte umschulden, zum Beispiel in festverzinste Ratenkredite.Das ist in der Regel günstiger.

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