• Ein Hochofen in Eisenhüttenstadt wird stillgelegt Eko Stahl wird von weiteren Sparmaßnahmen betroffen sein

Wirtschaft : Ein Hochofen in Eisenhüttenstadt wird stillgelegt Eko Stahl wird von weiteren Sparmaßnahmen betroffen sein

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Düsseldorf (mjh/tom/HB). Der Chef des europäischen Stahlkonzerns Arcelor, Guy Dollé hat weitere Stellenstreichungen und das Schließen von Hochöfen angekündigt. Dollé, zu dessen Unternehmen auch das Stahlwerk Eko Stahl in Eisenhüttenstadt gehört, sagte dem Handelsblatt: „Wir werden in Bremen und in Eisenhüttenstadt in einigen Jahren jeweils einen Hochofen stilllegen. Ich bin fest davon überzeugt, dass im Jahr 2015 keine Tonne Roheisen in Europa mehr an einem Standort erzeugt wird, der im Landesinneren liegt.“

Der Stahlkonzern Arcelor entstand Anfang des Jahres 2001 aus dem Zusammengehen der luxemburgischen Arbed, der französischen Usinor und der spanischen Aceralia. Seit der Fusion ist der Konzern in Unruhe: Vor allem die im Inland gelegenen Stahlwerke sorgen sich um die Arbeitsplätze und ihre Zukunft.

Dollé bestätigte in dem Gespräch, dass die Werke im Landesinneren einen eindeutigen Kostennachteil gegenüber denjenigen haben, die direkt am Meer liegen. Er sagte, er sei fest davon überzeugt, dass im Jahr 2015 keine Tonne Roheisen in Europa mehr an einem Standort erzeugt wird, der im Landesinneren liegt. Wegen ihrer geographischen Nähe zu den Kunden – etwa der Automobilindustrie – würden diese Werke aber weiterhin eine wichtige Rolle innerhalb der Unternehmensgruppe spielen.

Dollé sagte, er erwarte, dass sich die Stahlkonjunktur in diesem Jahr wieder erholt. „Was mir aber Sorge macht, ist die schwache Nachfrage und die starke Aufwertung des Euros. Wenn der Stahlabsatz im zweiten Halbjahr nicht steigt und der Importdruck weiter zunimmt, könnte sich das negativ auswirken. Deshalb fahren wir schon jetzt unsere Produktion um fünf Prozent im Flachstahl zurück, mit dem Ziel, die Preise besser zu kontrollieren.“

Vorwürfe der europäischen Autohersteller, dass Arcelor seine durch die Fusion erworbene Marktmacht in Europa ausnutzt, um Preiserhöhungen durchzusetzen, die der Markt nicht hergibt, wies Dollé zurück. Die historisch niedrigen Stahlpreise des vergangenen Jahres hätten dazu geführt, dass alle Hersteller rote Zahlen geschrieben hätten. „Seitdem haben wir die Preise angehoben. Wir liegen jetzt aber immer noch zehn Prozent unter dem Niveau von 2000.“ Die Verhandlungen mit der Autoindustrie seien hart, aber fair, sagte Dollé.

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