Wirtschaft : Ein Ingenieur im Cockpit der BBF

Götz Herberg - Chef der Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF)Er besitzt weder einen Pilotenschein noch eine Banklehre - und doch ist der Mann Chef der Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF).Im Dezember 1994 hatte Götz Herberg seinen Job angetreten.Nicht einmal zwei Monate waren zwischen dem Angebot und seinem Start in Berlin vergangen.Mit Hans-Olaf Henkel, seinerzeit noch BBF-Aufsichtsratschef, war sich Herberg schnell einig.Der gebürtige Berliner - Jahrgang 1938 - weiß, was er will.Er wirkt pragmatisch und konsequent, spricht auch schon mal unbequeme Wahrheiten aus, ist politisch neutral und verlangt von anderen genausoviel wie von sich selber.Und wenn er tatsächlich etwas Zeit erübrigen kann, spielt der frühere Hockey-Spieler gerne Golf.In Berlin, genau genommen in Potsdam, wo er mit seiner Frau wohnt, fühlt er sich rundherum wohl.So wohl, daß er sich fest vorgenommen hat, nicht noch einmal den Standort zu wechseln.Zu häufig schon war das der Fall.Aufgewachsen in Düsseldorf, studierte Herberg in Aachen Eisenhüttenwesen.Die Berufsberater vom Arbeitsamt hatten dem jungen Herberg bescheinigt, gleichermaßen für kaufmännische wie für technische Fragen begabt zu sein.Als Diplom-Ingenieur arbeitete er zunächst für die Hüttenwerke Oberhausen, promovierte aber gleichzeitig in Aachen.Nach zwei Jahren in Oberhausen wechselte er als Hauptabteilungsleiter nach Bensberg zu einer KWU-Tochter.Zehn Jahre arbeitete er hier, während er in Aachen noch einem Lehrauftrag nachging.Dann sah er sich nach etwas anderem um.Ein schwedischer Stahlkonzern bot ihm die Geschäftsleitung für die Düsseldorfer Vertriebstochter an.Herberg blieb fünf Jahre und wechselte dann zu einem schwedischen Beratungsunternehmen, wo er drei Jahre lang blieb.1985 erhielt er einen Sanierungsauftrag in München, wofür er zwei Jahre veranschlagte.Sein Erfolg verschaffte ihm auch die nächste Anstellung.Die Klöckner-Werke boten ihm einen Vorstandsposten an.Herberg wurde zuständig für Troisdorf.Sein Aufsichtsratschef war es, der ihm auch die nächsten beiden Vorstandsposten im Konzern verschaffte, bei zwei Töchtern, die Herberg fusionierte.In diesen Zeiten, erzählt er, war er wirklich viel unterwegs - zum Leidwesen seiner Familie.Regelmäßig mußte er zwischen Dortmund, Düsseldorf Bad Kreuznach und Worms pendeln, regelmäßig ins Ausland.Drei Viertel der Welt hat er damals kennengelernt.Das aber ist lange her.In Berlin läuft sein Vertrag mit der BBF zunächst bis Ende 1999.Bis dahin will er weiter daran arbeiten, aus der Firma "tatsächlich auch eine Firma zu machen"; eine Service-Firma, erklärt er.Kein ganz leichtes Unterfangen.Alle 1750 Mitarbeiter müssen da mitziehen.Aber auch andere: Die verschiedenen - politischen - Interessen unter einen Hut zu bringen, ist naturgemäß keine ganz einfache Sache.Doch Herberg geht seinen Weg, und das bedeutet: gezielter Aufbau eines Großflughafens in Schönefeld.Der Fahrplan steht.mo

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