Ein Jahr später : Das Ende der deutschen Legebatterie

Streng genommen kommt diese Nachricht ein Jahr zu spät: Vom 1. Januar an dürfen deutsche Landwirte keine Eier aus Käfighaltung mehr auf den Markt bringen. Das sollte eigentlich schon mit dem Beginn dieses Jahres gelten. Die Bauern bedauern das Aus.

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Eiercode. Die erste Ziffer sagt, wie das Ei produziert wurde. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Berlin - Unter bestimmten Voraussetzungen durften heimische Landwirte weiter Hühner in den von Tierschützern bekämpften Legebatterien halten. Diese Voraussetzungen waren in vielen Bundesländern leicht zu erfüllen, Behörden erteilten Sondergenehmigungen. Am Montag aber meldete der Deutsche Bauernverband (DBV): „Die Legebatterie in Deutschland ist Geschichte.“

Vom 1. Januar 2010 an würden keine Ausnahmen mehr zugelassen für Landwirte, „die Hennen in den seit über vier Jahrzehnten üblichen Käfigen gehalten haben“. Einige Betriebe würden nun weniger Eier produzieren, andere ganz aufhören, weil nicht jeder Betrieb die enormen Investitionen in neue Ställe schultern könne, klagte der DBV. Als Folge der neuen Rechtslage sei der Anteil der deutschen Eier im Lebensmitteleinzelhandel hierzulande innerhalb von zwei Jahren von 67 auf rund 55 Prozent gesunken. Ziel für 2010 sei es, die verlorenen Marktanteile zurückzuholen. Der DBV appellierte zudem an die Verbraucher, beim Einkauf Eiern mit dem Ländercode „DE“ den Vorzug zu geben.

Das Ende der Legebatterie in Deutschland bedeutet mitnichten, dass heimische Supermarktregale ab Freitag frei von Käfigeiern sind. Erst ab Anfang 2012 soll die Regel in der gesamten EU gelten. Käfigeier können also weiter legal nach Deutschland importiert und verkauft werden. Laut Bauernverband komme es sogar vor, dass ausländische Eier mit ausländischem Buchstabencode in Packungen mit deutscher Kennung im Handel sind. Das bedeute, dass die Eier im Ausland produziert, aber in Deutschland in die Pappschachtel gelegt worden sind.

Aus welcher Haltungsform die Eier stammen, können Kunden an der Ziffer vor dem Länderkürzel erkennen: 0 steht dabei für „ökologische Haltung“, 1 für „Freilandhaltung“, 2 für „Bodenhaltung“ und 3 für „Käfighaltung“. kph

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