Wirtschaft : Ein Katalog für Mode und Wohnen

Abgespeckte Version bei Quelle und Neckermann

Dagmar Rosenfeld

Berlin - Würde man sie alle übereinander stapeln, sie wären 2000 mal so hoch wie der Eiffelturm – die Kataloge von Quelle und Neckermann. Sie sind bundesweiter Lesestoff, 17 Millionen Haushalte erhalten zweimal im Jahr die Hochglanzkataloge der beiden Versandhäuser. Das soll sich ändern. Spätestens Ende 2005 werde es die Kataloge in ihrer jetzigen Form nicht mehr geben, hat Versandhaus-Chef Arwed Fischer gesagt. Quelle und Neckermann sollen neu ausgerichtet werden: Statt von allem etwas anzubieten, soll das Sortiment künftig abgespeckt werden. Eine Wntscheidung, die die Konkurrenz nicht verstehen kann. „Wir sind schon sehr überrascht, dass Neckermann und Quelle auf ihren Hauptkatalog verzichten wollen“, sagte Otto-Sprecher Thomas Voigt dem Tagesspiegel. Otto jedenfalls werde weiterhin seinen hunderte Seiten schweren Hochglanzkatalog herausgeben. Gleiches gelte auch für die zum Konzern gehörenden Universalversender Baur und Schwab. „Der Hauptkatalog hat eine Leuchtturmfunktion, er ist so etwas wie das große Schaufenster unseres Versandhauses“, so Voigt.

Neckermann und Quelle wollen künftig aber kein großes Schaufenster mehr: „Wir werden unser Sortiment spezifischer aufstellen“, sagte Quelle-Sprecher Manfred Gawlas dem Tagesspiegel. Der Katalog werde deutlich dünner und nur noch drei Segmente abdecken. „Es wird einen Modeteil geben und dann noch einen Teil zum Bereich Wohnen und Technik“, so Gawlas. Zudem solle der Katalog öfter als wie bisher zweimal im Jahr erscheinen.

Damit reagiert der Konzern auf die Schwierigkeiten, die derzeit alle Universalversender in Deutschland haben : sinkende Umsätze. Insgesamt setzte die Versandbranche im vergangenen Jahr 21 Milliarden Euro um, 280 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Doch während die sieben großen Universalisten – Quelle, Neckermann, Otto, Bader, Baur, Klingel und Schwab – ein Umsatzminus von fünf Prozent verzeichnen mussten, machten die Spezialversender, also die Fachhändler im Versandgeschäft, ein Plus von fast vier Prozent. „Dieser Trend hat sich auch im ersten Halbjahr 2004 fortgesetzt“, sagte Dorothee Hoffmann, Sprecherin des Bundesverbands Versandhandel (BHV). Das liege vor allem an der unterschiedlichen Kundenklientel. Die großen Kataloge würden vor allem von Familien mit Kindern genutzt, die derzeit extrem auf ihr Geld achten würden. Die Spezialkataloge hingegen, in denen es meistens um den Bereich Freizeit und Hobby gehe, würden sich an Käuferschichten wenden, die auch bereit seien, Geld auszugeben.

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