Wirtschaft : Ein Professor für Athens Finanzen

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Athen - Der Wirtschaftsprofessor und frühere Banker Giannis Stournaras wird neuer griechischer Finanzminister. Er ersetzt Vassilios Rapanos, der vergangenen Freitag kurz vor seiner Amtseinführung mit einem Schwächeanfall ins Krankenhaus kam und aus Gesundheitsgründen auf das Amt verzichtete. Stournaras war bereits in der vergangenen Woche für einen Ministerposten im Gespräch. Der 55-Jährige gilt deshalb keineswegs als zweite Wahl für das wohl schwierigste Amt in der neuen Regierung.

Der Wirtschaftsprofessor, der in Oxford promoviert und als Dozent gelehrt hat, war unter dem sozialistischen Reformpremier Kostas Simitis Ende der 90er Jahre Vorsitzender des Sachverständigenrates im Wirtschafts- und Finanzministerium. In dieser Rolle begleitete er als Chefunterhändler Griechenlands Weg in die Währungsunion. Zuletzt leitete Stournaras das Wirtschaftsforschungsinstitut IOBE, Griechenlands angesehensten ökonomischen Think Tank. Als dessen Direktor trat Stournaras immer wieder für marktwirtschaftliche Reformen und eine entschlossene Haushaltskonsolidierung ein.

Stournaras gilt nicht nur als fachlich hoch qualifiziert. Er verfügt auch über politische Erfahrung und ist international in Finanzkreisen vernetzt. Als Chef der Emporiki-Bank sammelte er in den Jahren 2000 bis 2004 Erfahrungen, die ihm jetzt zugutekommen. Denn die Probleme des schwer angeschlagenen Bankensektors stehen ganz oben auf der Agenda des neuen Finanzministers. Voraussichtlich kommende Woche steht Stournaras der erste Besuch der Troika bevor.öhl

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