Wirtschaft : Ein Schlichter soll es richten

Frankfurt am Main - Im Tarifkonflikt der Lufthansa-Piloten setzt das Unternehmen möglicherweise auf einen Schlichter. Dafür plädierten hochrangige Manager, schreibt der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe. Eine Lufthansa-Sprecherin wollte am Samstag den Vorstoß nicht bestätigten. Man werde die kommende Woche nutzen, um zu verhandeln und den bereits für den 13. bis 16. April angekündigten Streik abzuwenden, sagte sie.

Bereits 2001 hatte nach einem Pilotenstreik der frühere Außenminister Hans- Dietrich Genscher (FDP) erfolgreich vermittelt. Die Lufthansa hält aber an ihrer Forderung fest, die 1992 mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) vereinbarte Geschäftsgrundlage zum Konzerntarifvertrag zu modernisieren. Dieses Papier schützt die Piloten vor dem Einsatz von Billigkonkurrenz innerhalb der Lufthansa. Dort sind gut die Hälfte der 8900 Piloten beschäftigt. Die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung der Vereinbarung sei auch bei den Treffen des Vorstands mit hunderten Piloten in der vergangenen Woche bestätigt worden.

Auch die VC will das Papier ändern, aber in die entgegengesetzte Richtung. Die Gewerkschaft verlangt klare Abgrenzungen für den Einsatz der verschiedenen Lufthansa-Gesellschaften. Das Thema ist bei einer Schlichtung schwierig zu lösen, weil es dort in aller Regel um Gehalt und Arbeitsbedingungen geht.

Sollten die Cockpit-Funktionäre ein Schlichtungsverfahren ablehnen oder es nur unter Auflagen akzeptieren, will der Vorstand hart reagieren, schreibt der „Spiegel“. Nach Aussagen von Konzern-Insidern erwägt Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber für diesen Fall, die Geschäftsgrundlage zum Konzerntarifvertrag einseitig zu kündigen.

Derweil sind bei British Airways im Streit um höhere Gehälter tausende Flugbegleiter am Samstag erneut in einen mehrtägigen Streik getreten. Sie protestierten gegen die Streichung von Stellen beim Kabinenpersonal, den Stopp von Lohnerhöhungen und die schlechtere Bezahlung für neu eingestellte Beschäftigte. Das Unternehmen hofft aber, dass dennoch mehr als drei Viertel der Passagiere wie geplant fliegen können. dpa/AFP

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