Wirtschaft : Ein Schub in die richtige Richtung

CORINNA VISSER

Telefontarife für Ferngespräche und die fallenden Preise waren das große Thema des vergangenen Jahres. Jetzt aber ist dieser Markt für die Telefongesellschaften einigermaßen uninteressant geworden. Der Markt wächst nicht mehr so stark, die Margen sind durch aggressive Preise immer kleiner geworden. Das Geschäft der Zukunft heißt Datenkommunikation und Internet. Um diesen Markt richtig zu beleben und für Unternehmen und ein breites Publikum interessanter zu machen, müssen die Preise fallen und neue Anbieter mit innovativen Produkten auf den Markt kommen.

Die Regulierungsbehörde hat mit ihrer Entscheidung am Mittwoch den Weg für mehr Wettbewerb unter den Providern freigemacht. Provider, das sind Unternehmen, die Firmen und Privatleuten den Weg zum weltweiten Datennetz bahnen. Den kleineren unter ihnen, die keinen eigenen Zugang zum World Wide Web haben, muß die Telekom nun die gleichen Rabatte gewähren wie ihrem eigenen Tochterunternehmen T-Online. Auch die anderen Firmen müssen jetzt nur noch knapp 2,6 Pfennig pro Minute für die Verbindung bezahlen.

Jetzt endlich können also die Online-Gebühren in Deutschland ebenso kräftig fallen, wie es die Preise für Ferngespräche im vergangenen Jahr taten. Denn die Deutschen nutzen das Internet im weltweiten Vergleich noch viel zu selten. Ein Grund dafür sind eben die hohen Kosten für das Surfen im Netz.

Die Kommunikationskosten sind gleichfalls ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für die deutsche Wirtschaft. Die Unternehmen werden in Zukunft ohne einen Auftritt im Internet nicht mehr international wettbewerbsfähig sein. Gut, daß die Regulierungsbehörde jetzt eine Entscheidung getroffen hat, die dem Markt wieder einen Schub in die richtige Richtung gibt.

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