Wirtschaft : Ein schwarzes Jahr für den Standort Deutschland (Kommentar)

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Italienische Verhältnisse nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft: Deutschland zählt zusammen mit Italien zu den europäischen Schlusslichtern. 1,4 Prozent Wachstum vermelden die Statistiker aus Wiesbaden in ihrer Jahresbilanz 1999. So mager waren die Zahlen seit 1993 nicht mehr. Auch die meisten Prognostiker haben sich vertan. Deutschlands Wirtschaft ist international ins Hintertreffen geraten. Die Zahlen aus Wiesbaden lassen auch eine Rangliste zu, wie gut die wirtschaftspolitischen Akteure ihre Arbeit gemacht haben. Am besten kommt die für Stabilität zuständige Zentralbank weg: Inflation ist - allerdings nicht nur hierzulande - offenbar kein Thema mehr. Mittelprächtig fällt dagegen die Bilanz für die Politik aus. Das Staatsdefizit ist von 1,7 Prozent auf 1,4 Prozent gesunken. Der Staat ist auf gutem Weg der Staatsverschlankung; die Maastricht-Kriterien werden uns weiterhin disziplinieren. Freilich sorgte vor allem die Ökosteuer dafür, dass das Volkseinkommen nur wenig wuchs. Vernichtend sind die Noten allerdings für die Verantwortlichen des Arbeitsmarktes. Die Tarifpartner lassen eine Erhöhung der Lohnstückkosten zu und scheren sich wenig darum, dass die Lohnquote abermals steigt. Die Arbeitslosigkeit dagegen bleibt dramatisch hoch. Nach den jüngsten Signalen wird sich daran auch im neuen Jahr nichts ändern, selbst wenn die Wachstumsaussichten aus heutiger Sicht deutlich besser sind.

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