Wirtschaft : „Ein schwerer Schlag für die Deutsche Börse“

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Herr Gerke, was bedeutet die Fusion von Nyse und Euronext für die Deutsche Börse?

Das ist ein schwerer Schlag. Die Deutsche Börse ist bei der Weltmeisterschaft der Börsen weit zurückgefallen.

Das Geschäft wird schwerer?

Natürlich. Die Wall Street hat mit der Terminbörse von Euronext, der Liffe, eine sehr attraktives transatlantisches Angebot. Dies wird der deutschen Terminbörse, der Eurex, zu schaffen machen. Die großen weltweit operierenden Investment- und Pensionsfonds werden die angelsächsische Kultur zusammen mit der transatlantischen Plattform sicherlich bevorzugt nutzen.

Was kann Frankfurt tun?

Die Deutsche Börse sollte versuchen, bei dem Zusammengehen von Nasdaq und der Londoner Börse LSE noch mitzumachen. Fusionen etwa mit Zürich oder Madrid sind nur zweite Wahl.

Wird die Fusion für Privatanleger Auswirkungen haben?

Nein. Privatanlegern stehen – so sie dies wünschen – alle Plattformen offen. Auch auf die Preise für Private wird dies keine Auswirkungen haben.

Das Interview führte D. Rhée-Piening.

Wolfgang Gerke

ist Professor für Bank- und Börsenwesen an der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitglied des Börsenrats der Frankfurter Wertpapierbörse.

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