Wirtschaft : Ein Sparplan für die Rente muß genau geprüft werden

DETLEF POHL

Ein Banksparplan für die Rente? Wer als Alternative zur Lebensversicherung bei Banken nach einer geeigneten Altersvorsorge fragt, wird nicht selten auf Rentenpläne verwiesen. Dahinter verbergen sich gewöhnliche Sparpläne, auch Bonussparen genannt, die zum Beginn der Altersrente nicht selten mit Auszahlplänen einer monatlichen Rente kombiniert werden. Die Berater sprechen dann von einem Rentenplan.Nach Eröffnung eines entsprechenden Kontos bei dem Geldhaus fließen jeden Monat mindestens 50 DM in den Sparplan, der für Laufzeiten zwischen drei und 25 Jahren angeboten wird. Vorteile: Die Abbuchung vom Girokonto erfolgt automatisch jeden Monat zum gleichen Tag. Die ganze Angelegenheit kostet den Sparer keine Verwaltungsgebühr.Die Nachteile überwiegen jedoch. Vor allem gibt es nur bescheidene Zinsen. Den klaren Blick für den effektiven Jahreszins vernebeln meist die gigantischen Prämien- oder Bonusversprechungen von bis zu 100 Prozent. Letztlich verdoppelt sich das Ersparte aber nicht: Der Bonus wird immer nur auf das eingezahlte Geld gewährt und berücksichtigt niemals die Jahr für Jahr hinzukommenden Zinsen. Die tatsächliche Verzinsung des eingezahlten Geldes ist zumeist variabel. In den meisten Verträgen wird derzeit eine Grundverzinsung von rund 2,5 Prozent garantiert. Zumeist muß der Sparer die volle Laufzeit durchhalten, um sich den Bonus zu sichern. Löst er den Vertrag vorher auf, geht ihm in der Regel der komplette Bonus verloren. Erfreuliche Ausnahmen sind hier viele Sparkassen. Übrig bleibt dann lediglich die Grundverzinsung, die eher schlecht zu nennen ist.Wer dies umgehen will und den Sparplan nur für eine geringe Laufzeit von beispielsweise vier Jahren abschließt, bekommt oft nur ein Prozent Bonus oder geht völlig leer aus. Die Banken wollen eben langjährige Treue belohnen. Selbst wer die volle Laufzeit durchhält und den Bonus kassiert, verfängt sich häufig in Fallstricken der Banken. Denn das Geld steht nach Ablauf der Zeit nicht automatisch zur Verfügung, sondern muß zumeist drei bis sechs Monate vorher gekündigt werden. Wer das verpaßt, dem wird der gesamte Betrag lediglich zum Sparbuch-Zins weitergeführt - solange, bis der Sparer kündigt. Banken haben vereinzelt auf diese Nachteile reagiert und etwas mehr Flexibilität ermöglicht.Beispiel Deutsche Bank: Wer monatlich mindestens 100 DM einzahlt, hat bei Laufzeiten zwischen vier und 25 Jahren die Wahl zwischen zwei Sparplan-VariantenSparplan mit Bonus: Zusätzlich zu den jährlichen Zinsen (derzeit 2,5 bis 2,75 Prozent) erhält der Kunde am Vertragsende einen einmaligen Bonus je nach Vertragsdauer zwischen zwei Prozent und 30 Prozent der Einzahlungen. Rendite bei 25 Jahren Laufzeit samt Bonus: 4,13 Prozent. Nachteil: Der Bonus fließt auf einen Schlag und steigert so erheblich die Gefahr, Kapitalertragsteuer zahlen zu müssen.Sparplan mit Festzinsoption (ab acht Jahre Vertragsdauer): Anstelle des Bonus wird von Beginn an ein höheren variabler Zins geboten (derzeit 3,5 Prozent). Sobald mindestens 5000 DM angespart sind, kann von der Festzinsoption Gebrauch gemacht werden: Der Kunde vereinbart für den bereits angesparten Betrag über längstens 10 Jahre einen festen Zinssatz (derzeit 3,85 Prozent pro Jahr), erhöht also seine Rendite geringfügig. Vorteil: Es besteht keine Gefahr, Kapitalertragsteuer zu zahlen. Nachteil: Bei vorzeitigem Ausstieg sind 48 Monate Kündigungsfrist abzuwarten!Wer dem Reiz des bequemen monatlichen Abbuchens bei den Sparplänen erliegt, sollte sich nicht für irgendeine Bank entscheiden, sondern vor Vertragsabschluß zwei Dinge klärenWo bekomme ich die höchsten Zinsen? Wo bleibt der Bonus anteilig erhalten, wenn ich vorzeitig aussteige?Das wird bei einigen Sparkassen angeboten. Da man durch nichts und niemanden gezwungen ist, einen Bankensparplan mit einem Kreditinstitut am Heimatort abzuschließen, sollte man auch auswärtige Angebote einholen. Um schließlich vom Endguthaben als Rentner leben zu können, muß das Geld aus dem Bankensparplan weiter "arbeiten". Wohin also damit? Typische Antwort der Banken: in einen Rentenplan, der eine gleichbleibende monatliche Zusatzrente sichert. Zur Auswahl steht ein Auszahlplan, der das Kapital erhält und nur die monatlichen Zinsen auszahlt (sehr geringe Rente, aber weiterhin volle finanzielle Reserve für später). Als Alternative kann der Kunde auch einen Auszahlplan wählen, der das Kapital nach und nach aufzehrt (relativ hohe Rente, aber nach vier Jahren ist alles weg). Zinssatz und Rentenhöhe werden für eine bestimmte Zeit (wenigstens vier Jahre) festgeschrieben - höhere Abhebungen als vereinbart sind dann zumeist nicht drin.Am Ende der Zinsfestschreibung können Sie sich auch das gesamte Geld auszahlen lassen oder für eine weitere Frist neue Konditionen aushandeln. Beispiel Deutsche Bank: Das angesparte Geld wird zu festem Zins (derzeit 2,85 Prozent) angelegt; vom Konto geht die monatliche Zusatzrente ab. Bei dieser Rendite und einem Sparplanguthaben von 50000 DM ergäben sich 1425 DM Zinsen pro Jahr und damit über vier Jahre entweder eine Rente von 118 DM monatlich, die das eingesetzte Kapital komplett beispielsweise für die Erben erhält, oder eine Monatsrente von 1102 DM, die das Konto nach vier Jahren komplett aufgezehrt hat. Falls Sie vorher sterben, so kommen Angehörige erst am Ende der Vertragslaufzeit ans Geld.Eindeutig am besten fahren Anleger mit Ein- und Auszahlplänen von Investmentfonds, weil die in der Regel deutlich höhere Rendite bringen und der Kunde an keinerlei Laufzeit gebunden ist.

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