Wirtschaft : Ein Streik für Wenige

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Von Alfons Frese

Das wird spannend. In schwerer Zeit veranstaltet die IG Metall einen Arbeitskampf und trifft dabei auf einen Gegner, der keine einzige Minute von der Arbeitszeit hergeben will. Zwischen 38 und 35 Wochenstunden liegen Welten – und ein Streik. In einigen sächsischen Großbetrieben wird am Montag nicht gearbeitet, am stärksten betroffen ist das VWWerk in Mosel mit 6200 Mitarbeitern. Aus gutem Grund geht es bei VW los, denn die Gewerkschaft setzt auf den Einfluss der Konzerne auf den Arbeitgeberverband. Das Kalkül: Wenn es den Wolfsburgern in Sachsen zu bunt wird, dann werden sie schon den dortigen Tarifverband auf Kompromisslinie bringen. Aber was ist, wenn der Verband beharrlich bleibt und daraufhin VW den Verband verlässt? In diesem Fall wird die IG Metall einen Haustarif mit VW abschließen und darauf hoffen, dass es noch andere Unternehmen gibt, die Frieden wollen und sich deshalb auf einen Stufenplan für die 35-Stunden-Woche einlassen. Aber wie viele Firmen fallen dann unter diesen Flächentarifvertrag? Es werden immer weniger, derzeit sind es in Sachsen nur noch gut 60. Auf diese bittere Pointe werden sich die IG-Metall-Strategen einstellen müssen: Sie erkämpfen einen Fahrplan Richtung 35 Stunden – aber es fahren kaum noch Unternehmen mit.

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