Wirtschaft : Ein- und Ausstieg bei E-Plus

BERLIN (vis). Die Mobilfunkgesellschaft E-Plus ist derzeit stark umworben. Immer wieder gibt es Gerüchte, Veba und RWE wollten sich von ihren Anteilen an dem Unternehmen trennen. Als mögliche Käufer werden France Télécom und der fanzösische Mischkonzern Vivendi genannt. Entsprechende Angebote sollen bereits vorliegen. Anlass für die Spekulationen ist der geplante Ausstieg der britischen Vodafone, die sich aus kartellrechtlichen Gründen von ihrem Anteil trennen muß. Denn Vodafone fusioniert mit der US-Firma Aistouch, die ihrerseits mit Mannesmann Mobilfunk (D2) verbandelt ist. RWE und Veba halten zusammen 60,25 Prozent an E-Plus, Vodafone 17,25 Prozent und die amerikanische Bell South 22,5 Prozent. Bell South hat ein Vorkaufsrecht auf das Vodafone-Paket.Zu den Verkaufsgerüchten heißt es bei Veba knapp: "An der Veba-Strategie, E-Plus zusammen mit RWE wertoptimiert weiter zu entwickeln, hat sich nichts geändert." RWE teilt mit: "Wir haben keine Verkaufsabsichten." E-Plus sei ein ertrags- und wachstumsstarkes Geschäftsfeld, also bestehe kein Anlass sich davon zu trennen.Angeregt wird die Fantasie der Experten durch die glänzenden Aussichten im Mobilfunk. In der Telekommunikation gilt die Sparte mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten als Goldesel. Und der deutsche Markt ist mit einer Marktdurchdringung von lediglich 16,9 Prozent Ende 1998 noch extrem entwicklungsfähig. "Wir erwarten Ende des Jahres 2001 34,6 Millionen Mobilfunkkunden in Deutschland, das entspricht einer Marktdurchdringung von 41,8 Prozent", sagt Holger Grawe, Analyst bei WestLB-Panmure. Grawe geht davon aus, dass der Umsatz im Mobilfunk von 16,1 Mrd. DM im Jahr 1998 auf über 30,2 Mrd. DM im Jahr 2001 steigen wird. Attraktiv sei an dem Markt vor allem, dass er margenstabil ist - im Gegensatz zum Festnetz, wo die Margen durch den aggressiven Wettbewerb weiter schrumpfen. WestLB-Panmure sieht den Wert von E-Plus in einer Spanne zwischen 7,4 und 9,7 Mrd. Euro. E-Plus habe sich zudem in jüngster Zeit erfreulich gut entwickelt. Trotzdem: Grawe geht davon aus, "dass sich die Versorger aus der Telekommunikation verabschieden werden". Allerdings glaubt er nicht, dass France Télékom unter den Käufern sein wird, schließlich hätten die sich gerade erst in England engagiert.

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