Wirtschaft : Ein ungemütliches Börsenjahr

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Von Henrik Mortsiefer

Wie oft mögen sich Kleinanleger in den vergangenen Monaten gefragt haben, ob es sich wieder lohnt, in Aktien zu investieren? Die meisten, das zeigen die Aktionärsstatistiken, sind zögerlich geblieben – und haben deshalb nur zugesehen, wie der Dax binnen eines Jahres um 37 Prozent gestiegen ist. Wieder eine verpasste Chance für die Zauderer! Ist der Zug damit für die vorsichtigen Anleger an der deutschen Börse abgefahren?

Wie immer am Finanzmarkt hängt die Antwort vom Blickwinkel der Prognostiker ab. Glaubt man den Optimisten – sie prägen den Konsens der Expertenschätzungen – steigt der Dax auch oberhalb der 4000 Punkte noch weiter. Konjunkturhoffnungen, Reformen und die starke USWirtschaft könnten den Index in der ersten Jahreshälfte bis auf 4300 oder 4500 Zähler heben. Das wäre, gemessen am aktuellen Dax, eine Rendite von bis zu 12,5 Prozent. Verglichen mit dem, was am Rentenmarkt zu verdienen ist, lohnen sich Aktien also noch. Zumal deutsche Papiere preiswert sind. Vorerst. Denn die große Frage bleibt: Wann ist der Gipfel erreicht? Die Pessimisten, die noch in der Minderheit sind, glauben, dass die Luft an der Börse schon jetzt dünn ist. Ihr Argument: Die Zahlen zur US-Konjunktur und zu den Auftragseingängen markieren den Höhepunkt des Wachstumsschubs in den USA. Künftige Nachrichten aus Amerika fallen schlechter aus, lautet die Warnung.

Auf wen sollten Anleger hören? Wer mit hohem Risiko leben kann, sollte jetzt Aktien im Depot haben und in den kommenden Wochen Gewinne sichern, wo sie anfallen. Zauderer sollten hingegen 2003 vergessen und sich mit der Aussicht trösten, dass 2004 wieder ein ungemütliches Börsenjahr werden wird.

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