Wirtschaft : Einbuße durch Streit um Schreibregeln Verlage klagen über starken Umsatzrückgang

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Düsseldorf Zum Beginn des neuen Schuljahrs bekommen die Schulbuchverlage die Auswirkungen der Rechtschreibdebatte zu spüren. „Allein für das Fach Deutsch haben wir in den letzten Wochen einen Umsatzrückgang in Millionenhöhe hinnehmen müssen“, sagte Harald Melcher, Geschäftsführer beim Ernst Klett Verlag GmbH, dem Handelsblatt. Der Verband der 70 Schulbuchverlage, VdS Bildungsmedien, warnt vor immensen Belastungen. „Wir erwarten bei einer Rückkehr zur alten Schreibweise Kosten von weit über 250 Millionen Euro“, sagte der Verbandsgeschäftsführer Andreas Baer.

Die Schulbuchverlage stehen seit Jahren unter Druck. Laut Verband ist ihr Umsatz seit Beginn der 90er Jahre als Folge des Sparkurses von Kommunen und Ländern um 40 Prozent zurückgegangen. Die Konsolidierung der Branche gilt inzwischen als weitgehend abgeschlossen. Doch der Streit um die Rechtschreibreform erreichte in diesem Sommer einen Höhepunkt. Zunächst hatte die Kultusministerkonferenz beschlossen, dass vom 1. August 2005 an in allen Schulen grundsätzlich die neue Rechtschreibung angewendet werden muss. Daraufhin forderten mehrere unionsregierte Länder, die Reform zu kippen. Im August gaben dann die Verlagshäuser Axel Springer (Bild, Welt) und Spiegel gemeinsam bekannt, zur alten Rechtschreibung zurückzukehren.

„Lehrer und Schüler sind auf Grund der neu aufgeflammten Rechtschreibdiskussion tief verunsichert“, sagte Klett-Geschäftsführer Melcher. Im Oktober entscheiden die Länder über die mögliche Rückkehr zur alten Schreibweise. „Ich gehe vom Abschluss des Sommertheaters im Oktober aus. Ein Ausscheren der Länder ist unvorstellbar“, sagte Branchenexperte Baer. Der Vorsitzende des Verlegerausschusses im Börsenverein des deutschen Buchhandels, Jürgen A. Bach, kritisierte: „Die Politik hat bisher eine schwache Vorstellung geliefert.“ Die Verlage erwarten, dass die Länderchefs nicht auf die Linie von Springer und Spiegel einschwenken. mos/hps (HB)

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