Wirtschaft : Eine bisschen bessere Perspektive Bundesbank sieht Wirtschaft auf Erholungskurs

Wiesbaden/Frankfurt am Main - Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach Einschätzung von Bundesbankpräsident Axel Weber auf Erholungskurs. „Die konjunkturellen Perspektiven haben sich zuletzt spürbar aufgehellt“, sagte Weber am Dienstagabend vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. „Die Erholung wird aber nicht gerade, sondern holprig verlaufen.“ Dies zeigten auch die im Oktober eher enttäuschend ausgefallenen Daten zu den Industrieaufträgen und der Industrieproduktion. Es handle sich hier aber nur um einen leichten Rückpralleffekt, nach der deutlichen Erholung in den vorangegangenen Monaten. Im kommenden Jahr erwartet Weber wieder ein Wachstum von 1,6 Prozent und im Jahr 2011 von 1,2 Prozent.

Hoffnung auf den Aufschwung machten am Mittwoch auch die neuen Zahlen zum deutschen Außenhandel. Zwar wurden im Oktober nur deutsche Waren im Wert von 74,6 Milliarden Euro exportiert und damit 15,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit war der Rückgang aber nicht mehr ganz so stark wie in den vorherigen Monaten 2009. Im direkten Vergleich von September zu Oktober 2009 stiegen die Exporte kalender- und saisonbereinigt leicht um 2,5 Prozent. Damit habe der Außenhandel seine Erholung fortgesetzt, schrieben die Analysten der Commerzbank in einer Kurzstudie. „Der deutsche Export arbeitet sich langsam aus der Talsohle“, erklärte auch der Präsident des Handelsverbandes BGA, Anton Börner.

Eine Entwicklung passt nicht in den Aufschwungstrend: Die Arbeitskosten sind in Deutschland kurzfristig stark gestiegen. Die Wiesbadener Statistiker begründeten die Entwicklung mit den besonders in Deutschland genutzten flexiblen Arbeitsmarktinstrumenten wie Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit. Auf lange Sicht aber, also seit dem Jahr 2000, weist Deutschland den mit Abstand geringsten Arbeitskostenanstieg aller EU- Staaten auf. Die Arbeitskosten stiegen in dem Zeitraum hierzulande um 21,4 Prozent, während der EU- Schnitt bei 35,4 Prozent und Rumänien mit bis zu 455 Prozent an der Spitze lag. dpa

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