Wirtschaft : Eine einfache Telekom-Rechnung

Daniel Rhee-Piening

Die Aktie der Deutschen Telekom hat am Montag endlich wieder mit positiven Nachrichten von sich Reden gemacht. Bei einem insgesamt festeren Markt hat das Papier zwischenzeitlich um immerhin mehr als fünf Prozent zugelegt. Doch die Aktionäre, die innerhalb der vergangenen 52 Wochen Kursverluste von rund 40 Prozent erlebt haben, sollten sich nicht zu früh freuen.

Die Investmentbank Morgan Stanley hatte die Aktie heraufgestuft und so den kurzfristigen Boom ausgelöst. Und die Amerikaner stehen mit ihrer Empfehlung nicht allein. Auch die Bankgesellschaft Berlin schrieb unlängst von einem "Kauf" und sprach von mittel- bis langfristig positiven Aussichten. Doch de facto hat sich bei der Deutschen Telekom nicht viel geändert. Scheitert der Verkauf des Kabelnetzes, fehlen Milliarden Euro für den Schuldenabbau. Lässt sich T-Mobile nicht zu einem guten Emissionskurs an die Börse bringen - und bei der gegenwärtigen Verfassung der Märkte erscheint dies schwierig - fehlt weiteres Geld. Eine Herabstufung der Bonität und höhere Zinsen für die Schulden sind die möglichen Folgen. Dann fließt Geld an die Kreditgeber und nicht an die Aktionäre.

Und so bleiben die Analysten vorsichtig. Von alten Höhen, gar von Kursen von über 100 Euro, ist nicht die Rede. Allenfalls von Notierungen bis zu 25 Euro. Im Grunde haben sie es sich nämlich einfach gemacht. Das Papier war nach den Kursverlusten in der vergangenen Woche billig. Da lässt sich bei einem Kauf nicht viel falsch machen. Es sei denn, man hält die Aktie zu lange. Denn schon bald werden wieder die ersten Verkaufsempfehlungen kommen - Gewinnmitnahmen sind dann angesagt.

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