Eine Frage der Höhe : Was kostet eigentlich ... ein Fahrstuhl?

Bildschirm hier, Holzvertäfelung da - mit Fahrstühlen ist es wie mit Autos: Bei den Extras gibt es praktisch keine Grenzen. Vorwärts und rückwärts fahren ist allerdings ein Problem.

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Höher ist immer teurer. Der Preis eines Fahrstuhls bemisst sich unter anderem nach der Zahl der Stockwerke. Foto: dpa
Höher ist immer teurer. Der Preis eines Fahrstuhls bemisst sich unter anderem nach der Zahl der Stockwerke.Foto: dpa

Das Grauen in Kastenform ist gerade mal aus dem Kofferraum gehievt, da warten noch hunderte Stufen bis in die Wohnung im sechsten Stock. Wenn die Waden schmerzen und die Atmung schnappt, ertappt man sich schon mal bei einer Machbarkeitsstudie im Treppenhaus.

Ein Fahrstuhl ins sechste Stockwerk kostet zwischen 60.000 und 100.000 Euro. Das Basismodell kommt schlicht daher, nummerierte Knöpfe, Stahlgehäuse, eine digitale Anzeige, hydraulischer Antrieb. Wer Extras wie eine Holzvertäfelung, eine natürlich wirkende Beleuchtung oder einen Bildschirm haben will, muss natürlich mehr ausgeben. Der Preis kann schnell sehr weit nach oben fahren.

Jede Etage verdoppelt den Preis

Einen kleinen Personenfahrstuhl bekommt man aber schon ab 15.000 Euro, der führt dann aber auch nur in den ersten, maximal zweiten Stock. In solchen Modellen haben lediglich zwei Menschen Platz – und müssen sich mithin sehr nahe kommen. Sparen kann man bei der Geschwindigkeit, den Haltepunkten und der Traglast. Ein Schacht an der Außenwand ist günstiger als ein nachträglicher Einbau in ein Gebäude.

Pro Etage verdoppelt sich teilweise der Preis inklusive Montage, es kommt immer auch aufs Treppenhaus an. Eine Machbarkeitsstudie ist zwingend, bevor es überhaupt einen Kostenvoranschlag geben kann. Statische Gutachten sind zum Beispiel im Preis nicht unbedingt inbegriffen.

Hersteller wie Thyssen-Krupp, Schindler oder Otis haben sich auf Firmen- und Großkunden spezialisiert. Geschwindigkeit und besonders robustes Material spielen bei viel und ständig genutzten Aufzügen die wichtigste Rolle. Im öffentlichen Raum, in U- und S-Bahnhöfen zum Beispiel, geht es schließlich auch nur bedingt um Gemütlichkeit. Im Sinne der Barrierefreiheit lohnt es sich, für solche Fahrstühle je nach Lage beim Einbau bis zu einer Millionen Euro und mehr auszugeben.

Eine Kuh, eine Ampel, ein Haarschnitt - jede Woche heften wir ein Schild an Waren, die in keinen Einkaufskorb passen.


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