Wirtschaft : Eine Freihandelszone für Berlin

KLAUS KURPJUWEIT

Gute Ideen kann das Projekt Flughafen Berlin Brandenburg International dringend brauchen. Denn seit der Vertragsunterzeichung zur Privatisierung der Flughafen Holding Ende März geht es nur noch schleppend voran mit dem Flughafen. Dabei läuft die Zeit davon. Die Planungsunterlagen für das Riesenprojekt müssen in diesem Jahr eingereicht werden, wenn der Flughafen noch nach dem Beschleunigungsgesetz gebaut werden soll. Die Altgesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund und der künftige neue Eigentümer aber sind damit beschäftigt, die Fluggesellschaften zu besänftigen, die sich bisher hartnäckig weigern, die vorgesehene Gebühr zur Finanzierung des Flughafens bei den Passagieren einzutreiben. Das alles kostet Zeit, ist zermürbend und vor allem keine kreative Leistung: Der neue Flughafen aber darf nicht nur als Verkehrsprojekt ein Erfolg werden, er muß auch Impulse für die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg bringen.

Da kommt - von privater Seite - der Vorstoß, am Flughafen eine Freihandelszone einzurichten. Potentielle Investoren und auch Fluggesellschaften könnten daran sehen, daß es mit dem Flughafen-Projekt doch vorangeht. Mit einer solchen Freizone wäre der Flughafen in Schönefeld in Deutschland ohne Konkurrenz. Er würde seine Chancen entscheidend verbessern, ein Drehkreuz im Luftverkehr zu werden. Zusätzliche Arbeitsplätze wären sicher.

Berlin und Brandenburg täten gut daran, das Projekt energisch zu unterstützen. Gute Ideen muß man eben haben - die Freihandelszone gehört dazu.

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