Wirtschaft : Eine Kandidatin für alle Fälle

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Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist die größte unter den Landesbanken und die fünftgrößte Bank in Deutschland überhaupt. Ihr Chef Siegfried Jaschinski will mit dem Kauf der Landesbank Berlin die Vorherrschaft im eigenen Lager ausbauen und die Bank langfristig zu einem nationalen Champion aufbauen.

Mit ihrer Ankündigung, für die Landesbank Berlin bieten zu wollen, hat sie im Januar erst die anderen Landesbanken ins Rennen gebracht. Sie wollten der LBBW das Feld nicht allein überlassen.

Für die Baden-Württemberger spricht einiges: Sie haben das nötige Geld und die Erfahrung im Privatkundengeschäft. Damit erfüllen sie zwei wichtige Kriterien von Finanzsenator Thilo Sarrazin. „Die LBBW ist die profitabelste Landesbank“, sagt Analyst Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck. „Die kann sich den Kauf am ehesten leisten.“ Das sehen auch andere Branchenkenner so. Im Gegensatz zu den übrigen Landesbanken, die noch im Rennen sind, gilt es bei der LBBW deshalb als sehr unwahrscheinlich, dass sie sich einen Finanzinvestor ins Boot holen wird.

Unter dem Namen der BW-Bank, die sie vor zwei Jahren übernommen hat, betreibt die LBBW in ihrem Heimatmarkt ein eigenes Filialgeschäft. Auch mit dem Kauf der Landesbank Rheinland-Pfalz hat sie bewiesen, dass sie größere Brocken integrieren kann. Fraglich ist allerdings, ob ihr die LBB tatsächlich so viel wert ist, um mit dem Sparkassenverband um die Wette zu bieten. Wahrscheinlicher ist deshalb, dass sie als Ersatzkandidatin des öffentlich-rechtlichen Lagers zum Zuge käme, wenn der DSGV aus irgendwelchen Gründen aus dem Bieterwettbewerb ausscheiden sollte. Gerüchte über Absprachen in dieser Richtung haben Verband und Landesbank allerdings immer wieder nachdrücklich dementiert.stek

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