Wirtschaft : Eine Milliarde für den Handel

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LIZENZEN

Knapp ein Jahr vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft kommt der Kommerz auf Touren. „Wir liegen mit der Vermarktung der Merchandisingrechte über den Erwartungen“ sagt Rainer Hüther, Vorstand der Medien und Merchandisingfirma EM.TV . Die Münchner Vermarktungsgesellschaft rechnet allein für Deutschland mit einem Umsatz von einer Milliarde Euro , die der Verkauf von T-Shirts, Plüschtieren und DVDs in die Kassen des Einzelhandels spülen soll. EM.TV hat die europaweiten Rechte für die WM-Devotionalien gekauft, für die übrigen Regionen ist Time Warner im Geschäft. Bislang hat EM.TV 31 Lizenzen vergeben, unter anderem an die Textilkette C&A und den Schuhhändler Deichmann . Als exklusiver Handelspartner steht Karstadt-Quelle bereit. Über Summe und Vertragsdetails schweigen die Partner. Zu den Lizenznehmern gehört auch der Medienkonzern Bertelsmann . Europas größter Medienkonzern druckt und vertreibt mehr als 30 Produkte zur WM. Die Palette reicht vom Stadion-Magazin über Hörbücher und Poster bis hin zu Kalendern.

STADIONMAGAZIN

Mit der Eröffnung des Confed-Cups beginnt heute die heiße Phase der Vermarktung. Bertelsmann stellt sowohl für den Cup als auch für die WM das offizielle Stadionmagazin her. Es ist das einzige Printprodukt, dass in den Arenen vertrieben werden darf. Bei der Weltmeisterschaft sollen 1,2 Millionen Exemplare zu einem Preis von acht bis zwölf Euro verkauft werden.

SHOPS

Große Hoffnung auf die WM-Vermarktung setzt auch Karstadt- Quelle. Der Konzern hat bislang 52 offizielle Fifa-Shops eingerichtet, bis zur WM sollen es 325 in ganz Deutschland sein, 16 weitere sollen in den WM- Stadien entstehen. 80 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz erhofft sich Karstadt von seinem WM-Engagement.

MASKOTTCHEN

Geld verdienen will auch der Plüschtierproduzent Nici AG im fränkischen Altenkunstadt. Das Unternehmen hat im Dezember 2004 die Lizenz für die Produktion des offiziellen WM-Maskottchens Goleo erworben. Seitdem produzieren die Franken den Stofflöwen in 15 Versionen – der größte misst zwei Meter. Einen zweistelligen Millionenumsatz will Nici mit dem Maskottchen erzielen.

PIRATEN

Verhagelt werden könnte das Geschäft durch Markenpiraten, die bereits bei der WM 2002 in Japan und Südkorea aktiv waren. Dort hatte die Fifa 3,2 Millionen Produkte beschlagnahmen lassen, über 200 Strafverfahren wurden eingeleitet. Für die WM in Deutschland hat die Fifa ein „Right Protection Programm“ installiert. Rechtsanwälte durchforsten Regale, Prospekte und das Internet auf den illegalen Gebrauch geschützter Marken, wie das Maskottchen, der Weltpokal oder der Schriftzug „WM 2006“. fas/hps/HB

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