Wirtschaft : Eine Milliarde Mark Synergien - A3XX-Entscheidung noch offen

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Nachdem die Europäische Kommission in der vergangenen Woche der Gründung des Luft- und Raumfahrtunternehmens European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) zugestimmt hat, arbeiten die drei beteiligten Partner nun daran, das neue Gemeinschaftsunternehmen finanzmarktfähig zu machen. "Mitte Juli wollen wir an die Börse gehen", bestätigte Rainer Hertrich, Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler Aerospace AG (Dasa) und einer der beiden designierten Chief Executive Officer (CEO) von EADS, am Montag in Hamburg. Beim Zusammenschluss mit der französischen Aerospatiale Matra SA und der spanischen Construcciones Aeronauticas SA (Casa) soll es Hertrich zufolge ab 2004 pro Jahr Einsparungen durch Synergieeffekte in Höhe von rund 500 Millionen Euro (978 Millionen Mark) geben. Die Hälfte davon werde der kombinierte Einkauf ergeben, der Rest entfalle auf die Optimierung von momentan noch in den jeweiligen Ländern überlappenden Management-Prozessen. Arbeitsplätze über das bislang bei Dasa und Aerospatiale schon vor der Fusion angekündigte Maß hinaus sollen nicht gestrichen werden. Jedoch müsse man tun, "was getan werden muss", so Hertrich.

Das neue Europäische Luft- und Raumfahrtunternehmen, das seinen Hauptsitz in Amsterdam haben wird, produziert Hubschrauber, Raketen, Militärtechnik, Satelliten sowie Militär- und Zivilflugzeuge, darunter die Airbus-Familie. Ob das geplante Großraumflugzeug Airbus A3XX gebaut werde, das als Konkurrent zur Boeing 747 ("Jumbo") etabliert werden soll, ist weiter unklar. "Eventuell" werde das Projekt auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am 26. Mai diskutiert, sagt Philippe Camus, der weitere designierte EADS-Chef und Vorstandsvorsitzende von Aerospatiale Matra. Eine Entscheidung stehe "schon bald" bevor. Noch immer steht nicht fest, ob es für das Flugzeug überhaupt einen Markt gibt. Bislang hat erst eine Fluggesellschaft ernsthaftes Interesse bekundet. Ob und wie viele weitere potenzielle Kunden es gibt, wollten die beiden Unternehmensführer nicht sagen. Die Entwicklungskosten des A3XX werden auf zwölf Milliarden US-Dollar (rund 26 Milliarden Mark) taxiert. Die Aktie der EADS soll an den Börsen in Frankfurt, Paris und Madrid notiert werden. Durch die Börsenfusionen sei man damit, abgesehen von Mailand, an den wichtigsten Finanzplätzen des Kontinents notiert, sagte Camus.

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