Wirtschaft : "Eine spekulative Blase könnte entstehen"

DANIEL REE-PIENING

Nachdem die Kursentwicklung des Euro seit Wochen nach unten zeigte, hat die europäische Währung in den vergangenen Tagen gegenüber dem Dollar wieder an Wert gewonnen. Wie läßt sich dies erklären und erholt sich der Euro dauerhaft? Daniel Rhee-Piening sprach darüber mit Martin Hüfner, dem Chefvolkswirt der HypoVereinsbank.

Der Euro hat einen kräftigen Kursverfall hinter sich. Ist dies schon Vergangenheit? Ist es schon zu einer Trendwende gekommen?

Nein, soweit sind wir noch nicht. Die Hoffnung auf ein Ende des Kosovo-Krieges und ein paar gute Konjunkturzahlen in Deutschland haben den Euro in den letzten Tagen etwas gestärkt. Das Hauptproblem, die boomende Wirtschaft in den USA und die lahmende Konjunktur in Europa, bleibt aber bestehen.

Müssen sich die Deutschen Sorgen machen?

Rein wirtschaftlich gesehen ist die Abschwächung kein Problem. Die Preissteigerung in Deutschland und Europa bleibt maßvoll, die Beschäftigung mag hier und da durch den schwachen Euro sogar gefördert werden. Was mir Sorgen macht ist, daß das Vertrauen der Menschen in die neue Währung leiden könnte.

Es gibt Beobachter, die von einer spekulativen Blase sprechen. Sie argumentieren gegen jede wirtschaftliche Logik, der Kurs des Euro könnte steigen, wenn die Zinsen in den USA steigen. Gehen den Ökonomen die Erklärungen aus?

Die Ökonomen haben immer und für alles eine Erklärung. Aber im Ernst: eine spekulative Blase gibt es derzeit noch nicht. Aber sie könnte entstehen. Je niedriger der Euro, desto gefährlicher wird es, in den Dollar zu investieren.

Sollte die Europäische Zentralbank intervenieren, um den Euro zu stützen?

Nein, Interventionen gegen den Markt haben noch nie etwas genützt.

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