Wirtschaft : Einer muss sie flottmachen

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Von Maurice Shahd

Die Gerüchte werden beharrlich dementiert, aber sie kommen häufiger und sie werden lauter. Die Fluggesellschaften Lufthansa und Swiss verhandeln über eine Fusion, bei der die Schweizer ihre Eigenständigkeit verlieren werden. Der Zusammenschluss ist für den SwissSanierer André Dosé wohl die letzte Chance, die marode Fluglinie zu retten. In ihrem ersten Geschäftsjahr nach der Umbenennung in Swiss hat die angeschlagene Fluggesellschaft erneut einen Verlust von 650 Millionen Euro eingeflogen. Bekommt die Airline kein frisches Kapital, droht das Aus. Dabei hat Dosé nicht nur der Irak-Krieg und die Lungenkrankheit Sars zu schaffen gemacht, sondern er hat alte Fehler wiederholt. Er beugte sich politischem Druck und hat das teure Langstreckennetz mit einer viel zu großen Flotte erhalten. Eine klare Strategie war bisher nicht zu erkennen. Swiss wollte sich gleichzeitig als Business-Linie und Billigflieger profilieren, schaffte aber weder das eine noch das andere.

Jetzt steuert die Swiss um. Die Flugzeugflotte der Swiss wird von 112 Maschinen auf 79 Jets reduziert, die Zahl der angesteuerten Ziele von 99 auf nur noch 71 verringert, rund 3000 von 9000 Mitarbeiter müssen gehen. Sollte die Sanierung der Swiss doch noch gelingen, sind die Schweizer ein interessanter Partner für die Lufthansa. Noch immer verfügt die Swiss über ein gutes Image bei den Reisenden und das Streckennetz könnte das Lufthansa-Netz, zum Beispiel in Afrika, ergänzen. Für die Swiss käme der starke Partner gerade noch rechtzeitig. Als eigenständige Unternehmen wird die Gesellschaft nicht überleben. Aber im Moment besteht noch die Chance für die Schweizer, die Zukunft ihrer Airline mitzugestalten.

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