• Einführung des Euros: Studie der EU-Kommission offenbart mangelhafte Kenntnisse bei kleinen und mittleren Firmen

Wirtschaft : Einführung des Euros: Studie der EU-Kommission offenbart mangelhafte Kenntnisse bei kleinen und mittleren Firmen

Mariele Schulze-Berndt

Kleine und mittlere Unternehmen sind noch unzureichend auf die Einführung des Euros vorbereitet. Das belegt eine im Auftrag der EU-Kommission angefertigte Studie. Auch die Vorbereitungen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) für die Einführung des Euros lässt nach Ansicht der EU-Kommission zu wünschen übrig. Der für den Euro zuständige Brüsseler Kommissar Pedro Solbes hat am Mittwoch gemeinsame Informationskampagnen der Mitgliedstaaten gefordert, damit Bürger sowiekleine und mittelständische Unternehmen sich auf die Einführung des Euro besser einstellen können.

So dürften Unternehmen beispielsweise nicht annehmen, dass sich die Umstellung von Buchhaltung und Rechnungslegung in Euro um ein halbes Jahr hinausschieben lasse. Diese beginne zwingend am 1. Januar 2002. Die öffentlichen Verwaltungen seien in den meisten Fällen mit ihren Vorbereitungen zwar im Zeitplan, sagte Solbes. Von dort gingen jedoch nur schleppend Impulse an die Unternehmen aus. Hilfreich sei, dass Ausschreibungen für die Zeit nach 2002 schon jetzt in Euro vorgenommen würden. Die meisten Mitgliedstaaten haben inzwischen nationale Umstellungspläne für die Einführung des Euro entwickelt.

In diesen wird festgelegt, welche Regelungen in den Mitgliedstaaten gelten werden, wenn Anfang 2002 die meisten Barzahlungen in Euro vorgenommen werden sollen. In Deutschland sollen Euromünzen und -scheine schon vom 1. Januar 2002 an gesetzliches Zahlungsmittel sein. In den ersten vierzehn Tagen im Dezember 2001 wird die Verteilung der Euromünzen und -scheine erfolgen. Bis zum 28. Februar 2002 sollen die Banken den Umtausch vornehmen. Es sollen vor allem fünf, zehn, 20 und 50 Euro Scheine ausgegeben werden.

In den übrigen Mitgliedstaaten werden Euromünzen und -scheine erst zum 1. März 2002 gültiges Zahlungsmittel, in den Niederlanden zum 1. Februar 2002. Nach einer vierzehntägigen Umstellungsphase sollen die meisten Barzahlungen in Euro vorgenommen werden, damit der parallele Gebrauch der nationalen Währungen und des Euros auf ein bis zwei Monate beschränkt werden kann. Auch in großen Kaufhäusern soll der Bargeldumtausch möglich sein. Vermutlich bis zu 500 Euro bar können gebührenfrei umgetauscht werden. Darüberhinaus kann Bargeld auf Bankkonten eingezahlt werden und wird dann automatisch in Euro umgewandelt. Für Bürger, die über kein Bankkonto verfügen, soll es besondere Regelungen geben.

Die Herstellung der 50 Milliarden Euro-Münzen verläuft planmäßig. Etwa 40 Prozent der Münzen seien, so Solbes, bereits geprägt worden. Verantwortlich für die Fälschungssicherheit seien die Europäische Zentralbank und die nationalen Zentralbanken. Die 14 Milliarden Euro Scheine würden gegenwärtig in zwölf Zentren gedruckt.

Von Januar 2002 an sollten die Bankautomaten auf alle Euromünzen und -scheine eingerichtet sein. Durch die gleichzeitige Umstellung auf den Europa sei das Fälschungsrisiko dennoch besonders hoch. Europol bereite sich intensiv auf die Situation vor. Besonders wichtig ist es nach Ansicht Solbes, dass für die Fälschung von Euro-Scheinen die gleichen strafrechtlichen Maßnahmen ergriffen werden wie für die Fälschung nationaler Währungen.

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