Wirtschaft : Eingliederung der Vereinte in Allianz-Konzern kostet Stellen

MÜNCHEN (tmh).Die Eingliederung der Münchner Assekuranz-Gruppe Vereinte Versicherungen in den Allianz-Konzern hat bislang gut 600 Stellen gekostet.Bis zum Jahr 2000 werden weiter Arbeitsplätze gestrichen, kündigte Vereinte-Vorstandschef Ulrich Rumm in München zur Bilanzvorlage an.Um den kommenden Abbau sozialverträglich zu regeln, hat die Vereinte bislang rund 400 befristete Stellen geschaffen, die als Puffer dienen können.Ob in diesem Umfang weiter Personal reduziert wird, wollte der Vorstand nicht sagen.Das hänge vom Geschäftsverlauf ab.Ende April beschäftigte die Vereinte noch rund 6400 Mitarbeiter.Gestärkt geht aus der Integration der Vereinte in den Allianz-Konzern die Sparte Krankenversicherung hervor.Dort wurde das Personal um bislang gut 1000 Personen aufgebaut.Vom Abbau getroffen sind dagegen die Sparten Sach- und Lebensversicherung, die in bestehende Allianz-Strukturen integriert werden.

Ein Gruppenabschluß der Vereinte wurde schon für 1997 nicht mehr präsentiert.Die durch die Eingliederung und den Stellenabbau ausgelöste Synergieeffekte wollte der Vereinte-Vorstand nicht beziffern.Das sei erst nach dem Jahr 2000 möglich.Allerdings sei für die Hauptsparte Krankenversicherung nun das jüngste Wachstumsproblem gelöst, sagte Rumm.Er spielte damit auf den gut sechsprozentigen Zuwachs der Beitragseinnahmen 1997 auf rund 4,7 Mrd.DM an.Der resultiert aber nur aus den Auswirkungen der Pflegeversicherung und Beitragserhöhungen.

Der inländische Marktanteil in der Sparte Krankenversicherung stieg im vergangenen Jahr minimal auf 12,9 Prozent.Die Zahl der bei der Vereinte versicherten Personen stieg von 2,0 auf 2,2 Millionen.Damit bleibt sie hierzulande die Nummer drei.Vor Jahresfrist geäußerten Ambitionen, schon bald die Nummer zwei und auf Sicht auch die Nummer eins zu werden, wurden vorerst zurückgestellt."Vielleicht waren wir zuletzt zu mutig," sagte Rumm.Kurzfristig sehe er keine Möglichkeit, Branchenführer zu werden.Auch Akquisitionen seien im Augenblick kein Thema.

Die Gewinne der Vereinte Kranken seien 1997 trotz Rückgang "im Erwartungshorizont", sagte Rumm.Vor Steuern schrumpfte der Überschuß um ein Fünftel auf gut 95 Mill.DM.Das versicherungstechnische Ergebnis sank um ein Drittel auf 181 Mill.DM.1998 will Rumm im Vorsteuergewinn wieder auf das Niveau von 1996 zurückfinden, wobei das versicherungstechnische Ergebnis ungefähr stagniere.Für die Beitragseinnahmen rechnet er 1998 mit einem Plus von vier Prozent, wobei Beitragserhöhungen allein mit fünf Prozent zu Buche schlagen.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben