Einigung bei Tarifverhandlungen : Verdi setzt kräftige Lohnerhöhung durch

Arbeitgeber und Gewerkschaften bestätigen am Samstagmorgen, dass die Gehälter der zwei Millionen Beschäftigten in den Kommunen und beim Bund innerhalb der nächsten zwei Jahre um 6,3 Prozent steigen sollen.

Einigung in Tarifstreit. Hier: Verdi-Chef Frank Bsirske (r) und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich reichen sich am Mittwoch in Potsdam vor Beginn der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst die Hand.
Einigung in Tarifstreit. Hier: Verdi-Chef Frank Bsirske (r) und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich reichen sich am Mittwoch...Foto: dpa

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst steht. Arbeitgeber und Gewerkschaften bestätigten am Samstagmorgen in Potsdam gemeinsam, dass die Gehälter der zwei Millionen Beschäftigten in den Kommunen und beim Bund innerhalb der nächsten zwei Jahre um 6,3 Prozent steigen sollen. Auszubildende erhalten eine höhere Vergütung und werden nach einjähriger Bewährungszeit unbefristet übernommen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sprach von einer guten Nachricht. „Mit der Lohnerhöhung haben in dieser Tarifrunde die Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes gewonnen. Wir wollen sie auch ordentlich bezahlen.“ Der Präsident der Kommunalen Arbeitgeber, Thomas Böhle, sagte, die Kommunen seien angesichts ihrer finanziellen Probleme „bis an ihre Schmerzgrenze“ gegangen. Weitere Streiks seien aber vermieden worden.

Warnstreiks im öffentlichen Dienst
Zwei streikende Mitarbeiter der Stadtreinigung halten am Donnerstag früh auf dem Gelände des Energieunternehmens N-ERGIE in Nürnberg (Mittelfranken) ein Banner. Es trägt die Aufschrift "Wenn wir nicht mehr Kohle kriegen bleibt der Müll halt einfach liegen". Kindergärten, Krankenhäuser, Gemeindeverwaltungen - in vielen Bereichen legten Beschäftigte auch in Bayern am Donnerstag die Arbeit nieder.Weitere Bilder anzeigen
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08.03.2012 07:15Zwei streikende Mitarbeiter der Stadtreinigung halten am Donnerstag früh auf dem Gelände des Energieunternehmens N-ERGIE in...

Verdi-Chef Frank Bsirske nannte es bedauerlich, dass es nicht gelungen sei, eine „soziale Komponente“ für die Bezieher kleiner Einkommen zu vereinbaren. Seine Dienstleistungsgewerkschaft hatte in der Nacht zum Samstag noch gut sieben Stunden um die Annahme des Tarifvertrages gerungen.

Die Verdi-Tarifkommission beschloss am Ende mit nur knapper Mehrheit die Annahme des Vertrages. Bsirske sagte, Verdi werde traditionsgemäß seine Unterschrift erst dann unter den Vertrag setzen, wenn er durch eine Mitgliederbefragung angenommen worden sei. (dpa)

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