Wirtschaft : Einigung über Opel-Werk in Sicht Belegschaft in Antwerpen stimmt über Verkauf ab

Frankfurt am Main/Berlin - Im Streit um die Zukunft des Opel-Werks in Antwerpen zeichnet sich eine Einigung ab. Die rund 2600 Beschäftigten des Werks sollen in den kommenden Tagen über einen Sozialplan abstimmen, sagte ein Opel-Sprecher am Montag. Mindestens 1250 Mitarbeiter sollen bis Ende Juni das Unternehmen verlassen. Der Betriebsrat einigte sich bereits mit der Leitung des Standorts, wie Betriebsrat Rudi Kennes von der Gewerkschaft FGTB der Agentur Belga sagte. Für das verkleinerte Werk will Opel gemeinsam mit der flämischen Regierung und den Beschäftigten einen Investor suchen. Eine Einigung wäre ein Meilenstein bei der Sanierung von Opel. „Wenn die Kollegen in Antwerpen für diesen Plan stimmen, dann rückt eine Einigung über die Opel-Sanierung in greifbare Nähe“, hieß es auch in deutschen Gewerkschaftskreisen.

Die Suche nach einem Investor ist ein Kompromissvorschlag: Eigentlich wollte Opel das Werk schließen, um Überkapazitäten zu reduzieren. Der Betriebsrat war jedoch dagegen Sturm gelaufen und hatte wegen der Schließungspläne seine Zustimmung zu den geforderten Lohnzugeständnissen in Höhe von europaweit 265 Millionen Euro verwehrt. Ohne grünes Licht von den Arbeitnehmern kann Opel jedoch nicht auf Staatshilfen hoffen.

Opel will sich mit der Suche nach einem Investor bis Ende September Zeit geben. Wenn möglich, will der Autobauer in dem Werk künftig weiter einige Modelle, etwa das Astra-Cabrio, fertigen lassen. Der neue Eigentümer solle die Verantwortung für das Werk spätestens Ende 2010 übernehmen. Sollte bis zum Herbst kein Käufer in Aussicht sein, werde der Standort bis zum Jahresende geschlossen und der Sozialplan gelte auch für die übrigen Mitarbeiter, sagte ein Opel-Sprecher.

Doch auch wenn sich Management und Betriebsrat über die Zukunft von Antwerpen einigen, wollen die Beschäftigten nicht automatisch auch Lohnzugeständnisse machen. Zunächst müsse geklärt werden, welche Sicherheiten die Mitarbeiter im Gegenzug bekämen, sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. rtr/mot

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