Wirtschaft : Einkaufen im Internet: Otto - findet Freude am Netz (Kommentar)

Margarita Chiari

Einkaufen im Internet? Die großen Träume sind schnell verflogen. Stattdessen gibt es jede Menge Frust. Fast jeder kann sie erzählen, die Geschichten von der mühsamen Suche nach guten Angeboten, von verspätet, falsch oder erst gar nicht gelieferten Waren, von Absagen fünf Tage später: "Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass die gewünschte Ware derzeit nicht vorrätig ist". Die ersten Prognosen der Marktforscher, die rasante, dreistellige Zuwachsraten in Aussicht stellten, wurden inzwischen nach unten korrigiert. Nur zögerlich wagen sich die deutschen Händler in die Welt des Internet; Karstadt startet mittlerweile schon den x-ten Anlauf mit seinem Netz-Kaufhaus. Und bei der Frage, ob man mit der Sache denn auch Geld verdienen könne, winken die meisten Händler müde ab. Spätestens seit der Pleite des Modeanbieters boo.com vor wenigen Monaten ist auch bei den Zockern an der Börse Ernüchterung eingekehrt. Der Internet-Buchhändler Amazon muss inzwischen hart um die Gunst der Anleger buhlen.

Sind die Prognosen für das Internet also nur Schall und Rauch? Die Bedenkenträger sollten vorsichtig sein. Denn dass es auch anders geht, beweist der Versandhändler Otto. Früh gestartet, baut der Konzern seine Internet-Sparte zügig aus, bietet sein virtuelles Kaufhaus "www.shopping24.de" und seine zweifellos vorhandenen Logistik-Fertigkeiten anderen Händlern an - und verdient damit inzwischen gutes Geld. In fünf Jahren will der gute alte Otto-Versand zehn Prozent seines Umsatzes über das Netz abwickeln. Späteinkäufer dürfen hoffen.

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