Einkommen : Köhler wettert gegen maßlose Managergehälter

Gefahr für den sozialen Frieden: Bundespräsident Horst Köhler hat Manager davor gewarnt, mit übertriebenen Gehaltsforderungen die Moral der Gesellschaft zu zerstören. Er fordert Aufsichtsräte und Aktionäre zum Handeln auf.

BerlinIhm mache die auseinanderklaffende Einkommensentwicklung in Deutschland und eine zunehmende "Entfremdung zwischen Unternehmen und Gesellschaft" Sorge, sagte Köhler dem "Handelsblatt". "Die Führungspersönlichkeiten in der Wirtschaft müssen begreifen, dass ihr Verhalten Auswirkungen auf den Zusammenhalt der Gesellschaft hat." Aufsichtsräte und Aktionäre forderte der Bundespräsident auf, dafür zu sorgen, "dass Manager in ihren Einkommensvorstellungen nicht die Bodenhaftung verlieren".

Deutschland brauche "moralische Führung durch redliche Unternehmer", sagte Köhler der Zeitung weiter und forderte eine "Kultur der Mäßigung und des Vorbilds in den Führungsebenen unserer Unternehmen". In der Bevölkerung gebe es das "nachvollziehbare Gefühl, dass etwas nicht stimmt, wenn die Einkommen der einen stark steigen, die der anderen dagegen eher stagnieren". Managern müsse klar sein, dass gute Unternehmensführung nicht allein durch Renditeziele bestimmt werde. "Sozialer Friede ist allemal ein wichtiger Standortvorteil Deutschlands", betonte der Bundespräsident.

Um gegen steigende Einkommensunterschiede vorzugehen, forderte Köhler eine Beteiligung der Arbeitnehmer an Ertrag und Kapital von Unternehmen. Die internationale Finanzkrise mache es jedoch schwieriger, breite Bevölkerungsschichten an den Kapitalmarkt heranzuführen. Zur Begrenzung der Risiken sprach sich der ehemalige Präsident des Internationalen Währungsfonds (IWF) für eine Aufwertung des IWF sowie für eine "Kultur des Augenmaßes und des Risikobewusstseins" im Finanzsektor aus. (imo/dpa)

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