Einkommensstatistik : Männer verdienen ein Viertel mehr als Frauen

Männer verdienen im Durchschnitt immer noch fast ein Viertel mehr Geld als Frauen. Die Gründe dafür sind unterschiedliche Berufe und eine deutlich höhere Teilzeitquote bei Frauen - und die Tatsache, dass in den Führungsetagen praktisch nur Männer sitzen.

WiesbadenNach einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts vom Freitag lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der Männer mit 18,44 Euro im vergangenen Jahr um 23 Prozent über dem der Frauen (14,20 Euro). Gründe sind vor allem die unterschiedliche Berufswahl der Geschlechter und die wesentlich höhere Teilzeitquote bei den Frauen. Teilzeitarbeit ist im Schnitt deutlich schlechter bezahlt als Vollzeitstellen. In typischen Frauenberufen sind die Stundenlöhne besonders niedrig. Gut bezahlte Jobs zum Beispiel in der Luftfahrt oder in Führungspositionen sind den Untersuchungen zufolge mehrheitlich immer noch Männersache.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte dazu: "Wir müssen konsequent weiter daran arbeiten, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern zu schließen. Einer der Gründe für den schlechteren Verdienst von Frauen sind die immer noch hohen Hürden, Familie und Beruf gut miteinander zu vereinbaren. Mütter verpassen in Deutschland noch zu oft den Anschluss auf der Karriereleiter". Müttern müsse die Tür zum Berufsleben offen gehalten werden, wenn sie zurückkehren wollten. Wichtig sei auch, dass der Ausbau der Kinderbetreuung wie beschlossen zügig vorangehe.

Im Osten Deutschlands sind die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen deutlich geringer als im Westen, berichten die Statistiker. Das liege daran, dass die Bruttostundenverdienste der Männer im Westen deutlich über denen ihrer Kollegen im Osten liegen. Dort verdient ein Mann im Durchschnitt 13,16 Euro - und damit weniger als eine Frau im Westen Deutschlands. Eine Durchschnittsverdienerin im Osten kommt auf 12,39 Euro und liegt damit nur 6 Prozent hinter den Männern. Im Westen liegt die Differenz bei 24 Prozent. (mhz/dpa)

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