Wirtschaft : Einmalzahlung für die Drucker

Tarifabschluss mit einem Plus um zwei Prozent

Protestmarsch. Redakteure und Drucker gingen auf die Straße. Foto: dpa
Protestmarsch. Redakteure und Drucker gingen auf die Straße. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Einigung im Tarifkonflikt der Druckindustrie: Für die rund 160 000 Beschäftigten soll der Manteltarifvertrag für drei Jahre unverändert verlängert werden. Darauf verständigten sich der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) und die Gewerkschaft Verdi in der Nacht zum Mittwoch in Berlin. Wie beide Tarifparteien mitteilten, sei zudem vereinbart worden, im September 2011 den Beschäftigten einmalig 280 Euro zu zahlen und im August 2012 die Löhne um zwei Prozent zu erhöhen. Im Juli 2013 soll dann eine weitere Einmalzahlung von 150 Euro erfolgen. Auch im nordrhein-westfälischen Einzelhandel wurde der Tarifkonflikt beendet, indem der kürzlich in Baden-Württemberg erzielte Abschluss übernommen wurde.

Nach dem Ende der monatelangen Tarifauseinandersetzung in der Druckindustrie zeigte sich der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke erfreut über den Ausgang der Verhandlungen. „Dieses Ergebnis ist ein Erfolg der Streikenden.“ Seit Ende April beteiligten sich nach Angaben von Verdi mehr als 10 000 Beschäftigte aus 120 Betrieben an Streiks. Die Arbeitgeber sprachen von einem „tragbaren Kompromiss“. Er trage der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Branche Rechnung und gebe den Betrieben eine hohe Planungssicherheit für die kommenden Jahre, teilte der Verband mit.

Am Mittwoch gingen auch die Tarifverhandlungen für die 14 000 Zeitungsredakteure in Deutschland in Berlin in eine neue Runde. Die Gewerkschaften DJV und Verdi fordern Einkommenserhöhungen von vier Prozent. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) will dagegen Abstriche bei den Einkommen und neue, geringere Gehaltstarife für Berufseinsteiger.

Knapp drei Wochen nach der Einigung im baden-württembergischen Einzelhandel haben Arbeitgeber und Gewerkschaft auch ihren Konflikt im größten Tarifbezirk Nordrhein-Westfalen beigelegt. Die rund 445 000 Beschäftigten der Branche in NRW erhalten in einem ersten Schritt ab Juli drei Prozent mehr Lohn und Gehalt, ab Juli 2012 noch einmal zwei Prozent mehr, teilte Verdi mit. Hinzu komme im Mai 2012 eine Einmalzahlung von 50 Euro für Vollzeitbeschäftigte und von 25 Euro für Auszubildende. Die Laufzeit des Tarifvertrages, der in weiten Teilen dem in Baden-Württemberg gleicht, beträgt 24 Monate. Zudem hätten beide Parteien auch einen Kompromiss bei der Entlohnung von Beschäftigten ohne abgeschlossene Berufsausbildung gefunden. Der Mindestlohn liegt danach im ersten Tätigkeitsjahr bei 8,50 Euro. dpa

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