Wirtschaft : Einspruch

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Einige Japaner werden nostalgisch, wenn sie an die Achtzigerjahre denken, als ihre Wirtschaft an der Weltspitze zu stehen schien. Andere Japaner werden sich jedoch auch an weniger Erfreuliches erinnern – etwa an die Verdammung japanischer Produkte in Amerika, symbolisiert durch das Bild von neun Kongressmitgliedern, die bei einer Pressekonferenz auf dem Capitol Hill ein ToshibaRadio zerschlugen.

Vielleicht hat diese Erinnerung Toyota-Chef Okudo verleitet, vorzuschlagen, die US-Preise für Toyotas zu erhöhen, um Detroit „Zeit zu geben, sich zu fangen.“ Toyota würde sich also selbst in den Fuß schießen, um Ford und General Motors zu helfen. Okudo, der auch Japans größtem Wirtschaftsverband Nippon Keidanren vorsitzt, fürchtet die „Konsequenzen“ einer Krise bei den US-Autoherstellern. Und China will Exportzölle für Textilwaren erhöhen, um den Markt in Übersee nicht zu verärgern. Aber: Japanische Autohersteller, die in den USA produzieren, nutzen nicht nur Japan, sondern auch den Amerikanern, die für diese Firmen arbeiten, sowie den Zulieferern. Toyota hat acht Werke in Amerika, hat zwölf Milliarden Dollar investiert und ist stolz, Autos „made in America“ zu verkaufen.

Sicher geht es den US-Autoherstellern schlecht; GM hat im ersten Quartal über eine Milliarde Dollar Verlust gemacht. GM-Chef Rick Wagoner hat sich über den schwachen Yen beklagt – er mache die japanischen Autos so billig. Ein Sündenbock ist also leicht gefunden. Aber: Toyotas Preissteigerung würde langfristig nicht helfen und Toyota schaden. Nur der Wettbewerb erzwingt die Herstellung ansprechender Produkte. Detroit hat das in den Achtzigern und Neunzigern geschafft – durch den Wettbewerb mit den Japanern.

Unternehmen, die den Anschluss an den Wettbewerb verloren haben, werden auch keine protektionistischen Maßnahmen nützen. Hoffentlich erkennt auch Toyota, dass Preissteigerungen, um die US-Hersteller vom Wettbewerb abzuschirmen, niemandem helfen.

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