Wirtschaft : Einstieg bei Isis ermöglicht den direkten Anschluss zum Kunden

Nach der Übernahme der Telefongesellschaft Otelo hat Mannesmann Arcor jetzt die Ortsnetze der Konkurrenten ins Visier genommen: Das Unternehmen will knapp 65 Prozent an der Isis Multimedia GmbH (Düsseldorf) erwerben, teilte die Mannesmann AG am Dienstag mit. Dem Kauf müssen allerdings noch die zuständigen Aufsichtsgremien und Kartellbehörden zustimmen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Von den bisherigen Gesellschaftern der Isis werden die Stadtwerke (Düsseldorf, Neuss und Duisburg) jeweils die Hälfte ihrer Anteile abgeben und die Westdeutschland Landesbank Girozentrale (WestLB) vier Fünftel. Somit behalten die Stadtwerke noch 25,1 Prozent und die WestLB zehn Prozent an Isis.

Mit dem Erwerb beschleunige Arcor die Markterschließung für den direkten Kundenanschluss im Großraum Rhein/Ruhr deutlich, hieß es. Es sei aber nicht generelle Strategie des Unternehmens, Stadtcarrier zu erwerben, ergänzte eine Firmensprecherin. Man werde den Einzelfall sorgfältig prüfen und überlegen, ob ein Kauf in die Strategie passe. Gemeinsam mit Isis will Mannesmann Arcor Komplettangebote für die Kunden im Großraum Rhein/Ruhr machen. Diese umfassen Orts-, Nah- und Ferngespräche sowie einen Internet-Zugang. Der Wettbewerb im Ortsnetz erhalte hierdurch weitere Impulse. "Wir bleiben als eine regionale Telefongesellschaft erhalten", sagte Isis-Sprecher Thomas Werz. Durch den Einstieg von Arcor erwächst dem Unternehmen kein direkter Konkurrent im Ortsnetzbereich. Arcor will bis zum Jahresende in zehn deutschen Großstädten die Kunden in den Ortsnetzen direkt anschließen. Derzeit ist das schon in Stuttgart möglich. Isis peilt im laufenden Jahr einen Umsatz von 78 Mill. DM an (1998: 47 Mio DM).

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