Wirtschaft : Einstieg in die Wirtschaftsförderung Berlin GmbH

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Zwei Börsengänge haben bei der IBB-Beteiligungsgesellschft mbH im zurückliegenden Geschäftsjahr für gute Erträge gesorgt. Insgesamt hält die Tochter der Berliner Investitionsbank zur Zeit Anteile an 37 Unternehmen aus der Hochtechnologiebranche. Mit 15 neuen Firmen 1999 habe man nach Auskunft von Peter-Bernd Morgenroth, Vorstandsmitglied der Landesbank Berlin und Aufsichtsrat der Beteiligungsgesellschaft, die geplante Ziellinie sogar überschritten.

Bei einem Investitionsvolumen von nun 37,5 Millionen Mark gehöre das 1997 gegründete Institut inzwischen zu den wichtigsten Wagniskapitalgebern in der Stadt. Morgenroth kündigte in einem Jahresrückblick am Montag an, vor dem Hintergrund der großen Nachfrage den Finanzierungsrahmen noch ausdehnen zu wollen. Danach wird das Beteiligungsangebot um weitere 20 Millionen Mark auf 60 Millionen Mark aufgestockt. Im laufenden Jahr 2000 will sich die Gesellschaft, die bisher lediglich ein Engagement abschreiben musste, an 15 weiteren Berliner Firmen beteiligen.

Da insbesondere in der Wachstumsphase der jungen Unternehmen größere Kapitalbeträge erforderlich sind, wird die Gesellschaft auch die Obergrenze für den Einzelfall von jeweils 3 auf 5 Millionen Mark heraufsetzen. Dabei komme es nicht darauf an, die Beteiligungen so schnell wie möglich in Gewinne umzuwandeln, sagte Morgenroth. Für den Gang an die Börse nannte Geschäftsführer Roger Bendisch einen Zeitrahmen von bis zu 10 Jahren.

Damit liege man bei den Konditionen deutlich vor der Konkurrenz, die selber als Börsenunternehmen auftreten und früher Gewinne vorweisen müssten. Allerdings, so Bendisch, könne auch sein Institut die Unternehmen nur für eine gewisse Zeit begleiten. Um die großen Wachstumssprünge zu finanzieren, gebe es zur Börse keine Alternative. Der Schritt sei jedoch sehr teuer. Den finanziellen Aufwand für einen Börsengang bezifferte Bendisch für junge Firmen auf durchschnittlich 2,8 Millionen Mark.

Die IBB-Beteiligungsgesellschaft finanziert sich aus den Erträgen der Investitionsbank. Den Verzicht auf eine reineGewinnmaximierung erklärt Morgenroth mit der immer noch schleppenden Wirtschaftsentwicklung in Berlin. Als Schlusslicht in der Länderkette komme es darauf an, möglichst viele innovative Firmen und Produkte in die Stadt zu holen oder sie hier zu halten. "Wenn wir nichts zu bieten haben, kommt auch keiner", sagte Morgenroth. Hier sei man auf dem richtigen Weg. Von den 37 Beteiligungen schreiben zehn Prozent der Unternehmen bereits Gewinne.

Die IBB ist zusammen mit der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg und anderen Gesellschaftern neu in den Gesellschafterkreis der Wirtschaftsförderung Berlin GmbH (WFB) eingetreten. Das Land Berlin hat seinen Anteil an der Wirtschaftsförderungsgesellschaft wie angekündigt abgegeben. Ziel der am Montag erfolgten Veräußerung der 60 Prozent sei vor allem die bessere Einbindung der Spitzenorganisationen der Berliner Wirtschaft, erklärte Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU). Auch nach der Veräußerung der Geschäftsanteile würden die Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten des Wirtschaftssenators auf die WFB erhalten bleiben.

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