Wirtschaft : Einzelhandel: Beschäftigte bleiben im Tarifkonflikt hart

Der Einzelhandel ist im Frühjahr nicht aus der Flaute herausgekommen. Der Umsatz der Branche lag im April 2001 zwar um 1,2 Prozent höher als im April 2000. Das Plus ging allerdings auf das Konto von Preiserhöhungen. Ohne den Preisanstieg wurden 0,7 Prozent weniger verkauft als im April 2000. Das berichtete das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden. Am stärksten schlug aber der Anstieg von Brennstoffverkäufen zu Buche. Verglichen mit April 2000 wurden 9,5 Prozent mehr Benzin und Heizöl abgesetzt. Geschrumpft sind dagegen Verkäufe von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren, die ohne Preiserhöhungen um 5,2 Prozent zurückgingen.

Im Tarifkonflikt für den Einzelhandel sind unterdessen die Arbeitskampfaktionen von Bayern auf Baden-Württemberg ausgedehnt worden. Rund 150 Mitarbeiter von vier SB-Warenhäusern der Kaufland-Gruppe in Schorndorf, Backnang, Steinheim und Korntal hätten am Mittwoch die Arbeit ganztägig niedergelegt, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Mittwoch in Stuttgart mit. Damit solle vor der dritten Tarifrunde am Montag gegen das Arbeitgeberangebot von 1,8 Prozent protestiert werden. Diese Offerte sei provokativ. Für Freitag und Samstag kündigte Verdi weitere Warnstreiks an. Die Gewerkschaft fordert für die rund 220 000 Beschäftigten der baden-württembergischen Branche 5,5 Prozent mehr Lohn. Auch in anderen Bundesländern steht eine Einigung aus.

So ging in Nordrhein-Westfalen am Mittwoch auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die rund 470 000 Beschäftigten des nordrhein-westfälischen Einzelhandels in Mönchengladbach ohne Einigung zu Ende. Die Arbeitgeber hätten ihr Angebot zwar von zwei Prozent auf 2,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt erhöht, teilte eine Sprecherin des Einzelhandelsverbandes NRW (EHV) mit. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordere aber weiterhin 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Am 26. Juni soll weiterverhandelt werden.

Am Wochenende hatte Verdi angekündigt, mit einer Politik der Nadelstiche für Unruhe in der Branche sorgen zu wollen. Am Montag hatten in Bayern zunächst rund 50 Beschäftigte die Arbeit ruhen lassen.

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