Wirtschaft : Einzelhandel erwartet ein kleines Plus HDE bekräftigt trotz Risiken Umsatzprognose

Berlin/Düsseldorf - Steigende Preise für Kraftstoff und Lebensmittel könnten den deutschen Verbrauchern die derzeit noch gute Kauflaune verhageln. Der Einzelhandelsverband HDE warnte am Donnerstag vor „beträchtlichen Risiken“ im laufenden Jahr. „Was die Verbraucher wegen der stark gestiegenen Kraftstoffpreise mehr ausgeben müssen, wird ihnen für andere Käufe fehlen“, klagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Dennoch bekräftigte der Verband seine Prognose eines nominalen Umsatzzuwachses von 1,5 Prozent für 2011. Denn trotz steigender Preise schaut die Mehrzahl der Händler dem HDE zufolge optimistisch in die Zukunft. Die konjunkturelle Erholung sei 2010 in der Branche angekommen, die Stimmung sei so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr – und die Geschäfte im Internet legten sogar zweistellig zu, wie Genth berichtete.

„Der Optimismus ist solide und begründet – aber wir müssen auch die Risiken sehen“, räumte er ein. Und diese fielen „vielleicht beträchtlicher aus als in den Vorjahren“. Durch die Unruhen und politischen Unsicherheiten im Nahen Osten und Arabien stiegen die Preise für Sprit und Heizöl. Weil gleichzeitig die Lebensmittelpreise anzögen, entstehe eine „gefühlte Inflation“ – und das könne sich als Gift für die Konsumstimmung erweisen. Hinzu komme, dass dem Verbraucher durch steigende Krankenkassenbeiträge „weniger Netto vom Brutto bleibt“, beklagte Genth.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge lag der Umsatz des Einzelhandels im Februar um drei Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Preiserhöhungen herausgerechnet, blieb ein reales Plus von 1,1 Prozent übrig.

Die japanische Atomkatastrophe hat nach Angaben des Einzelhandels bisher keine negativen Auswirkungen auf das Kaufverhalten und die Auswahl in deutschen Läden. Japanische Lebensmittel hätten nur einen Anteil von 0,1 Prozent an den Lebensmittel-Importen in Deutschland, sagte Genth. rtr/dpa

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