• Einzelhandel fordert längere Öffnungszeiten Treffpunkt Tagesspiegel: Druck der Großen auf den Mittelstand wächst

Wirtschaft : Einzelhandel fordert längere Öffnungszeiten Treffpunkt Tagesspiegel: Druck der Großen auf den Mittelstand wächst

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Berlin (msh). Der deutsche Einzelhandel muss auf die Kaufzurückhaltung der Verbraucher mit neuen Konzepten reagieren und stärker auf die Politik zugehen, um die Rahmenbedingungen für die Branche zu verbessern. Das sagte Erich Greipl, Geschäftsführer der Metro Vermögensverwaltung und Vizepräsident des Einzelhandelsverbandes HDE, am Dienstagabend beim „Treffpunkt Tagesspiegel“ vor Vertretern des Berliner Handels. „Wir brauchen ein professionelles StadtManagement, um die Innenstädte attraktiv zu machen“, sagte Greipl. Dazu gehöre die bauliche Gestaltung und eine wirksame Parkraumbewirtschaftung genauso wie längere Ladenöffnungszeiten. Nur so könne verhindert werden, dass sich der Handel immer mehr an den Rand der Städte verlagert.

Das Thema Ladenschluss will HDE-Vizepräsident Greipl in dieser Legislaturperiode wieder auf die Agenda der Politik bringen. „Das Ladenschlussgesetz wird im Wirtschaftsministerium heiß diskutiert. Wir bleiben dran“, sagte Greipl. Ein weiteres Reizthema für den Handel ist das Zwangspfand für Einwegverpackungen, das zum 1. Januar des kommenden Jahres eingeführt werden soll. „Das Zwangspfand ist ökonomisch und ökologisch sinnlos“, sagte Greipl. Die Einführung von Rücknahmesystemen koste den Handel Milliarden.

Nach Ansicht Greipls steht der Handel vor einschneidenden Veränderungen. Die schwierige Wirtschaftslage führe auch im kommenden Jahr zu einem Umsatzminus im Handel. „Trotz der schwachen Umsätze werden die Einzelhandelsflächen weiter zunehmen“, sagte Greipl. Grund für das Wachstum sei die Umwandlung von Industriebrachen und Militärflächen. Das verstärke den Druck auf die etablierten Handelsbetriebe. Besonders der mittelständische Fachhandel werde auf Kosten von preisorientierten Händlern mit großen Ladenflächen verlieren. „Die Konkurrenz wird schärfer. Der Ausleseprozess geht weiter“, sagte Greipl.

Einige der wenigen Gewinner im Handel sind die Discounter, die im laufenden Jahr ihre Umsätze deutlich steigern konnten. Die Discounter hätten das Vertrauen der Kunden über Jahre durch eine konsequente Tiefpreispolitik aufgebaut. „Davon profitieren die Discounter in der Wirtschaftskrise“, sagte Greipl. Er forderte die Einzelhändler dazu auf, den Billigketten ein eigenes Konzept entgegenzusetzen: „Gegen die Discounter besteht, wer den Kunden mehr Service, ein reichhaltiges Sortiment und attraktiv eingerichtete Geschäfte bietet.“

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