Wirtschaft : Einzelhandel in der EU: Große Preisunterschieden

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Innerhalb der Europäischen Union (EU) sind die Preisunterschiede im Einzelhandel erheblich. Dies belegen neue Untersuchungen der EU-Kommission über Preisspannen bei frischen Lebensmitteln und bei Unterhaltungselektronik. Deutschland fällt bei der Untersuchung auf, weil hier zu Lande die Schweinekoteletts am billigsten, Tomaten hingegen am teuersten sind. Kabeljau ist dagegen in Italien am billigsten - dort muss man jedoch die höchsten Preise für Käse bezahlen.

In den Hochpreisländern ist ein bestimmtes Erzeugnis oft doppelt so teuer, manchmal sogar viermal so teuer wie in den Niedrigpreisländern. Dabei sind die Preisunterschiede bei frischen Lebensmitteln höher als bei der Unterhaltungselektronik. Den größten Preissprung gibt es in Europa bei Kartoffeln. Sie kosten in Irland nur die Hälfte des EU-Durchschnittspreises, in Dänemark aber dafür dreieinhalb mal so viel.

Elektronik in Deutschland preiswert

Bei elektronischen Geräten ist Deutschland dreimal Spitzenreiter, wenn es um den niedrigsten Preis geht, nämlich bei tragbaren CD-Playern (Philips), bei DVD-Playern (Sony) und bei Videorecordern (Sony). Für sie muss man in Dänemark ein Drittel mehr zahlen als in Deutschland. DVD- und tragbare CD-Player sind in Spanien ebenfalls etwa ein Drittel teurer als in Deutschland. Kleine Farbfernseher kauft man am günstigsten in Portugal und Schweden. Für Mini-Hifi-Anlagen (Sony) zahlen die Briten am wenigsten.

Die Studie weist nach, dass die Preise in Mitgliedstaaten mit höheren Einkommen nicht automatisch auch höher sind. Ebenso ist die Höhe der Mehrwertsteuer nicht die Ursache für die Preisspannen. Untersucht wurde, ob der Grund dafür in den Transportkosten liegt. Doch auch dies lässt sich nicht eindeutig sagen. Die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Regionen eines Landes liegen nämlich nur etwa bei zehn bis dreißig Prozent. Bei der Unterhaltungselektronik handelt es sich häufig um Geräte mit Markennamen, die gleichzeitig Reparatur-Service bieten. Doch auch dies kann nicht der alleinige Grund für den Preisunterschied sein.

Die Studie der EU-Kommission geht davon aus, dass der unterschiedliche Geschmack der Verbraucher in den verschiedenen Ländern ein wichtiger Grund für die Preisunterschiede ist. Ebenso Schuld daran seien verschiedene Einschränkungen des freien Waren- und Dienstleistungsverkehres, Beschränkungen für europaweite Marketingkampagnen, Vertriebshindernisse und allgemeine Lizenzierungsverfahren, die Zusatzkosten verursachen.

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