Einzelhandel : KarstadtQuelle will Kaufhäuser versilbern

Auf dem Weg ins internationale Geschäft will der KarstadtQuelle-Konzern seine Warenhäuser an die Börse bringen. Nach Thomas Cook wäre das der zweite Teil des Unternehmens mit eigener Börsennotierung.

KarstadtQuelle
KarstadtQuelle will seine Warenhäuser an die Börse bringen. -Foto: ddp

EssenNach der Reisetochter Thomas Cook geht möglicherweise auch die Warenhaussparte von KarstadtQuelle demnächst an die Börse. Dabei denkt der Essener Handelsriese auch an das Zusammengehen mit einem Konkurrenten. KarstadtQuelle-Sprecher Jörg Howe bestätigte entsprechende Überlegungen, wollte aber keine Einzelheiten zu möglichen Partnern nennen. Die Marke Karstadt für das Warenhausgeschäft werde jedoch erhalten bleiben. Auch an dem geplanten Investitionsprogramm von rund 470 Millionen Euro zur Modernisierung der Warenhäuser werde festgehalten.

Bei der Internationalisierung des Warenhausgeschäfts sei der Konzern auf gutem Weg. "Sehr weit fortgeschritten" seien die Gespräche in Russland. Dort sei an die Eröffnung von Luxuskaufhäusern in Sankt Petersburg und Moskau gedacht. Weitere mögliche Standorte seien etwa Istanbul und Dubai. Konzernchef Thomas Middelhoff hatte in der Vergangenheit bereits auch den internationalen den Ausbau der so genanten Premium Group nach dem Vorbild des Berliner Luxuskaufhauses KaDeWe angekündigt.

Einzelne Häuser weiter auf dem Prüfstand

Weiterhin auf dem Prüfstand stehen jedoch 27 deutsche Karstadt-Häuser. Bis Ende März 2008 werde eine Entscheidung über den Verbleib der Warenhäuser in dem Unternehmen getroffen, so der Sprecher Andernfalls hatte das Unternehmen eine "Abgabe" der Häuser angekündigt. Er gehe jedoch davon aus, dass die meisten Warenhäuser das Ziel erreichen könnten, sagte Howe. Ende 2005 hatte KarstadtQuelle bereits 74 kleine Warenhäuser an die britischen Investoren Hilco und Dawnay Day verkauft. Die ehemaligen Karstadt-Häuser wurden von den neuen Eigentümern mittlerweile in Hertie umbenannt.

Mit dem Börsengang von Thomas Cook, an der der Essener Konzern einen Anteil von 52 Prozent hält, war erst in dieser Woche Europas zweitgrößter Tourismuskonzern in London an den Start gegangen. Die neue britische Thomas Cook Group plc war zuvor war nach der Fusion der deutschen Thomas Cook AG mit der britischen MyTravel entstanden.

HSE24-Übernahme perfekt

Für Frühjahr kommenden Jahres hat KarstadtQuelle zudem bereits den Börsengang des Versenders Neckermann angekündigt. Zudem konnte KarstadtQuelle die bereits angekündigte Übernahme des TV-Shoppingsenders HSE24 abschließen. Der Shoppingsender soll künftig als eigenständiges Geschäft der Primondo-Gruppe geführt werden, in der das Versandhandelsgeschäft des Konzerns unter anderem mit dem Versender Quelle gebündelt ist.

Mit einem Umsatz-Anteil von 58 Prozent in diesem Jahr ist die Tourismussparte zum mit Abstand größten Segment des KarstadtQuelle- Konzerns, der vom 1. Juli an unter dem neuen Namen Arcandor auftritt. Der Anteil des Warenhausgeschäfts ging von 31 Prozent auf 23 Prozent zurück. Die mit einem Anteil von ehemals 44 Prozent zuvor größte Sparte Versand soll künftig nur noch 19 Prozent zum Konzernumsatz beisteuern.

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