Wirtschaft : Einzelhandel kommt nur langsam in Schwung

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Wiesbaden/Berlin Der Einzelhandel kommt nur langsam in Schwung. Im Juni setzte die Branche saisonbereinigt zwar nominal 0,1 Prozent mehr, real aber 0,3 Prozent weniger um als im Mai, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Gegenüber Juni 2004 sieht die Bilanz besser aus: Hier gibt es ein nominales Plus von 2,4 und ein reales von 1,9 Prozent.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) kritisierte, die Zahlen „zeichnen wie in den Monaten zuvor ein viel zu günstiges Bild“. HDE-Hauptgeschäftsführer Holger Wenzel sagte, die Ergebnisse der Wiesbadener Statistiker deckten sich weder mit denen anderer Statistiken noch mit den Konsumklimaerhebungen von GfK und Ifo. Die Daten passten auch nicht zu den gesamtwirtschaftlichen Reihen der Einkommensentwicklung und des privaten Verbrauchs. „Das Amt weist zum Beispiel im Lebensmittelhandel im Juni ein Plus von nominal 5,3 Prozent aus, die Marktforscher von AC Nielsen dagegen ein Plus von nur 1,7 Prozent.“ Der Einzelhandel mit Textilien solle im Juni um nominal 2,2 Prozent gewachsen sein. „Die Umfragen der Textilwirtschaft ergaben aber ein Minus von einem Prozent“, bemängelte Wenzel weiter und fügte hinzu: „Das Textilpanel der GfK errechnete für den Textil- und Bekleidungsmarkt im ersten Halbjahr ein Minus von 2,9 Prozent, Destatis dagegen ein Plus von 1,2 Prozent.“ Die beiden wichtigsten Sektoren des Einzelhandels würden „offenbar vom Statistischen Bundesamt falsch erfasst.“ Der Verband werde sich über diese Unterschiede mit dem Bundesamt auseinander setzen, entsprechende Gespräche seien geplant, teilte Wenzel mit.

Zufrieden zeigte sich der HDE mit dem Beginn des (freiwilligen) Sommerschlussverkaufs. Der SSV ist langsam angelaufen, hat aber dann an Fahrt gewonnen“, hieß es. Tsp/dpa

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