Einzelhandel : Kunden von Wal-Mart zahlten zu viel

Der US-Einzelhandels-Gigant Wal-Mart hat Kunden beim Bezahlen an der Kasse zu viel Geld abgeknüpft. Grund dafür waren offenbar Fehler beim Einlesen der Strichcodes. Nun will das Unternehmen 1,4 Millionen Dollar Entschädigung zahlen.

Washington/BerlinUS-Kunden des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart haben an der Kasse jahrelang höhere Preise gezahlt, als die Waren laut Preisschildern am Regal kosteten. Bei Stichproben in 164 Läden wurden vor allem Lebensmittel falsch abgerechnet, teilte das kalifornische Justizministerium am Dienstag mit. Aber auch Kleidung sei betroffen gewesen. Im Durchschnitt zahlten die Kunden demnach pro Einkauf rund 8,40 Dollar (6,50 Euro) zu viel. Die Fehler ereigneten sich demnach beim Einlesen der Strichcodes an der Kasse.

Wal-Mart habe sich nun bereit erklärt, 1,4 Millionen Dollar Entschädigung zu zahlen, erklärte das kalifornische Justizministerium. Zudem soll ein Ombudsmann Beschwerden von Kunden in Kalifornien entgegennehmen. Der Vertrauensmann werde künftig auch wöchentlich in allen Filialen die Preise auf ihre Richtigkeit überprüfen lassen. Bei neuen Fehlabrechnungen will Wal-Mart den Kunden jeweils die Preisdifferenz zuzüglich drei Dollar erstatten.

In Deutschland gibt es Wal-Mart seit zwei Jahren nicht mehr. Nach einem zehnjährigen, erfolglosen Gastspiel hatte sich das Unternehmen aus Bentonville/ Arkansas 2006 wieder verabschiedet. Die 85 Deutschland-Filialen wurden an die Metro verkauft. Wal-Mart war es nie gelungen, Gewinne zu machen.

Auch von Konkurrenten in Deutschland sei kein ähnlicher Fall bekannt, sagte Christian Thorun von der Verbraucherzentrale Bundesverband. Aufsehen hat hierzulande gerade eine andere Preisfrage erregt. Der Bundesgerichtshof hatte in der vergangenen Woche den Praktiker-Baumärkten den Werbespruch „20 Prozent auf Alles“ untersagt. Vorausgegangen war ein Test der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. Die hatte herausgefunden, dass Praktiker zu Beginn einer Rabattaktion den Preis für vier Artikel angehoben hatte. (AFP/pet)

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