Wirtschaft : Einzelhandel mit Adventsverkauf bisher zufrieden

Das Geschenke-Fieber vor Weihnachten lässt ungeachtet der Konjunkturkrise die Kassen des Handels kräftig klingeln. Bei etwa 70 Prozent der befragten Unternehmen seien die Umsätze am zweiten Adventssamstag höher als vor einem Jahr oder genauso hoch gewesen, sagte der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr. Besonders gut verkauften sich DVD- und MP3-Player, CDs, Fernseher, Computer und Spielekonsolen sowie Spielzeug wie Plüschtiere, Lego und Puppen. Gefragt waren auch Küchenartikel, Bekleidung, Schmuck und Parfüm.

Der HDE sprach von einem "Gute-Laune-Sonnabend". Die Kunden seien auf ihrer Geschenkesuche "entschlossen und ausgabefreudig" gewesen. Insgesamt habe in der vergangenen Woche mehr als die Hälfte der Einzelhändler mehr umgesetzt als zur gleichen Zeit 2000. In Berlin freute sich der Handel über Umsatzzuwächse von bis zu zehn Prozent. Wegen des großen Andrangs sei zeitweise das Parkhaus überfüllt gewesen, hieß es in einem Kaufhaus. "Die Kaufzurückhaltung ist weg", freute sich der Geschäftsführer von Kaufhof am Alexanderplatz.

Auch in der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil verzeichnete die Karstadt-Filiale nach Angaben der Geschäftsführung ein zweistelliges Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr. Besonders gefragt waren Haushaltsartikel, Elektrogeräte und Gesellschaftsspiele. Galeria Kaufhof in Wiesbaden meldete zehn Prozent mehr Umsatz. Begehrt seien vor allem Spielwaren. In den letzten verkaufsoffenen Sonnabend am 22. Dezember kurz vor Heiligabend setzten die Geschäfte große Erwartungen, hieß es.

Der Handelsverband BAG zeigte sich dagegen zurückhaltend. "Das Verhalten der Konsumenten gibt keinen Anlass zu verfrühten Jubelrufen", sagte BAG-Hauptgeschäftsführer Johann Hellwege. Mit Blick auf das Gesamtjahr gebe es keinen Grund für Euphorie. Ob das Weihnachtsgeschäft nach der verhaltenen Konsumhaltung "das Ruder noch herumreißen wird", sei fraglich.

Einer Studie zufolge haben die privaten Haushalte in diesem Jahr mehr Geld zur freien Verfügung als in den vergangenen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf eine exklusive Allensbach-Umfrage berichtet, liege das durchschnittliche frei verfügbare Einkommen bei 569 Mark. Vor zwei Jahren seien es noch 510 Mark gewesen, vor einem Jahr knapp 550 Mark. Die Zahl gibt an, wie viel den Familien jeden Monat nach den Ausgaben für die Lebenshaltung zur freien Verfügung übrigbleibt.

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