Wirtschaft : Einzelhandel versöhnt sich mit Weihnacht

Viele Branchen gehen optimistisch ins Jahr 2007

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Berlin - Der Auftakt war mäßig, doch am Ende zeigte sich der deutsche Einzelhandel mit dem Weihnachtsgeschäft noch „sehr zufrieden“. Im November und Dezember sei der Vorjahresumsatz übertroffen worden, teilte Holger Wenzel, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDE, nach einer Trendumfrage unter rund 800 Unternehmen am Donnerstag mit. Saisonhöhepunkt war nach den HDE-Angaben die Woche vor dem vierten Advent. Favoriten der Kunden waren vor allem hochpreisige Geschenke wie Parfüm und Schmuck. Genaue Zahlen nannte Wenzel nicht.

Da rund ein Fünftel der Weihnachtsgeschenke in Form von Geld oder Gutscheinen verteilt wurde, erwartet der Handel auch in der Zeit zwischen den Jahren noch ein „reges Geschäft“. Am Jahresende könne ein nominales Plus von 0,75 Prozent herausspringen, preisbereinigt bedeute dies aber nur Stagnation.

Der Einzelhandel gehört wie die Bauindustrie zu den wenigen Branchen in Deutschland, die sich 2007 auf einen leichten Rückgang der Produktions- und Umsatzzahlen einstellen. Das ist Ergebnis einer am Donnerstag in Köln veröffentlichten Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bei 45 Wirtschaftsverbänden. Die meisten Branchen gehen dagegen optimistisch ins neue Jahr. „Der Aufschwung festigt sich“, kommentierte IW-Direktor Michael Hüther.

Auch das Ifo-Institut in München geht in einer Prognose davon aus, dass der Aufschwung trotz der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung anhalten wird. Während der IW-Umfrage zufolge nur wenige Branchen planen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, geht Ifo-Chef Hans-Werner Sinn davon aus, dass die Arbeitslosigkeit 2007 weiter sinken wird – von 4,5 auf 4,1 Millionen. Der wirtschaftliche Aufschwung sei so stark, „wie wir ihn seit der Wiedervereinigung nicht mehr hatten“, sagte Sinn. „Das bedeutet, auch 2008 geht die Reise weiter.“ pet

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