Wirtschaft : Einzelhandelsverbände der Region vereint

Kooperation vereinbart

BERLIN (chi).Die Einzelhandelsverbände von Berlin und Brandenburg rücken enger zusammen: Am kommenden Montag wollen der Gesamtverband des Einzelhandels Berlin und der Einzelhandelsverband Brandenburg einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnen.Ziel sei es, die Interessen der Branche künftig "grenzübergreifend" wahrzunehmen, hieß es."Gerade in Phasen, in denen die Zusammenarbeit beider Landesregierungen offenbar nicht so harmonisch und zweckgerichtet verläuft, wie es die Bürger und die Wirtschaft beider Länder erwarten, werden wir zeigen, daß aus Kooperation Stärke erwächst", begründete Bernd Rückert, Präsident des Berliner Einzelhandelsverbandes den Vorstoß. Mißtöne hatte es in jüngster Zeit immer wieder gegeben.Die beiden Landesregierungen hatten sich zwar nach einigem Tauziehen geeinigt, die Zahl großer Einkaufszentren im "Speckgürtel" auf zwölf zu begrenzen.Für Ärger aber sorgt weiterhin die in Brandenburg liberal gehandhabte Praxis, Sonderöffnungen an Feiertagen und Wochenenden zu genehmigen.Dies stößt nicht nur bei Einzelhändlern in den Berliner Randbezirken auf Protest, auch die Mittelständler in den ohnedies einzelhandelsarmen Städten und Gemeinden im Umland klagen über Verluste.Die Verbände setzen nun offenbar auch auf ihr größeres Gewicht als Verbund: Gemeinsam vertrete man schließlich 3000 Unternehmen mit insgesamt 30 000 Betriebsstätten, einem Umsatz von 46 Mrd.DM und insgesamt 150 000 Arbeitsplätze ­ "damit sind wir der drittgrößte Wirtschaftszweig in der Region", so Heinz-Dietrich Vick, Präsident des Einzelhandelhandelsverbandes Brandenburg.Darüberhinaus sehe der Vertrag die gemeinsame Nutzung bestehender und die Schaffung gemeinsamer Einrichtungen für die Mitgliedsbetriebe vor. Einzige Ausnahme: Die Tarifverhandlungen werden die beiden Verbände vorerst weiterhin getrennt führen.Hier ist die Angleichung noch nicht vollzogen.Während in Berlin vom kommenden Januar an erstmals einheitliche Löhne in beiden Stadthälften gezahlt werden, hat man in Brandenburg erst 94 Prozent des Westniveaus erreicht.

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