Wirtschaft : Eisenbahn transportiert wieder mehr Güter Schiene profitiert vom Aufschwung

Berlin - Auf den Schienen in Deutschland werden wieder mehr Güter transportiert. Im ersten Vierteljahr 2010 waren es 11,6 Prozent mehr als Anfang 2009, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Zuvor hatte es allerdings einen Rekordeinbruch gegeben: Zwischen Januar und Ende März 2009 war die Gütermenge im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise um 21,2 Prozent eingebrochen. Das alte Niveau ist also noch längst nicht wieder erreicht. Derzeit liege man auf dem Stand von Anfang 2006, erklärten die Statistiker.

Die Stütze des Wachstums sei der Metallbereich gewesen, hieß es – hier gab es einen Zuwachs von 44,2 Prozent (Eisen, Metalle) sowie 29,2 Prozent (Erz). Die exportlastige Branche hatte besonders unter dem Einbruch der weltweiten Nachfrage leiden müssen, entsprechend weniger Güter waren zu transportieren. Auch bei Düngemitteln (plus 38 Prozent) und Chemieprodukten (plus 14 Prozent) gab es einen deutlichen Anstieg.

Womöglich kann die Schiene bald aufholen. Im Zuge des Sparzwangs denkt die Bundesregierung darüber nach, die Lkw-Maut auf vierspurige Bundesstraßen auszuweiten, wie es in Regierungskreisen hieß. Dies sei eine Alternative zur Kürzung bei Investitionsprojekten. Bislang wird die Maut nur auf Autobahnen erhoben. Die Eisenbahn, die höhere Abgaben im Vergleich zur Straße beklagt, könnte so für die Wirtschaft attraktiver werden. 2009 brachte die Lkw-Maut dem Bund 4,4 Milliarden Euro ein. Ein Sprecher von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wollte dies nicht kommentieren und sagte nur, zunächst müsse die genaue Sparsumme klar sein, die auf das Ressort entfalle. Die Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA begrüßten die Pläne, forderten aber, die Maut auf alle Straßen und auf Kleinlaster auszuweiten. brö

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