• Eisenbahner wollen sofortige Anpassung der Ost-Löhne Gewerkschaften: Bahn soll auf den Transrapid verzichten

Wirtschaft : Eisenbahner wollen sofortige Anpassung der Ost-Löhne Gewerkschaften: Bahn soll auf den Transrapid verzichten

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Berlin (hop). Die Eisenbahner halten an ihrer Forderung nach deutlichen Lohnsteigerungen fest. Am Mittwochmittag, wenige Stunden vor dem Beginn der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten bei der Deutschen Bahn AG, einigten sich die Tarifkommissionen der beiden Gewerkschaften Transnet und GDBA auf einen Verhandlungskatalog. Die Hauptforderung sei eine lineare Erhöhung der Löhne und Gehälter um fünf Prozent, sagte der TransnetVorstandschef, Norbert Hansen, in Berlin. Der Vertrag solle für zwölf Monate gelten. Außerdem sollten die Löhne für Beschäftigte in Ostdeutschland sofort auf das Niveau der Beschäftigten im Westen angehoben werden. Bisher verdienen die 50000 Bahnmitarbeiter im Osten nur 90 Prozent der Westlöhne.

Hansen räumte allerdings ein, dies seien „klassisch aufgestellte Forderungen“. Bei den Tarifverhandlungen in den vergangenen 30 Jahren seien die Anfangsforderungen so gut wie nie tatsächlich erfüllt worden. Die Höhe orientiere sich jedoch an der Erwartung in den Betrieben.

Die Bahn hatte in den vergangenen Tagen eine Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn als unrealistisch zurückgewiesen. Bahnchef Hartmut Mehdorn warnte: „Es gibt nur wenig zu verteilen. Der Tarifabschluss soll keinen zusätzlichen Personalabbau zur Folge haben.“ Allerdings solle auch sichergestellt werden, dass die Brutto-Einkommen gegen die Inflation abgesichert würden.

Transnetchef Hansen sagte dagegen, in den vergangenen acht Jahren seit Beginn der Bahnreform hätten die Mitarbeiter ihren Beitrag zur Sanierung des Konzerns erbracht. Die Produktivität sei – nach Berechnungen des Bahnvorstands selber – um 160 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sei die Zahl der Mitarbeiter seit 1994 von 352000 auf etwa 211000 geschrumpft. Nun müsse die Bahn daran gehen, auch an anderer Stelle deutlich die Kosten zu senken. Bei Prestigeobjekten, die kaum die erhofften Umsätze bringen würden, wären Milliarden einzusparen, mit denen die geforderten Lohnsteigerungen leicht zu bezahlen wären. Als Beispiele nannte Hansen den Transrapid und den neuen Berliner Hauptbahnhof Lehrter Bahnhof.

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