Wirtschaft : Eko Stahl nimmt neue Anlage zur Feuerverzinkung in Betrieb

Eisenhüttenstadt (gih). Mit einem Investitionsaufwand von rund 210 Millionen Mark hat die Eko Stahl GmbH in Eisenhüttenstadt am Freitag eine zweite Feuerverzinkungsanlage für Stahlbleche fertiggestellt. Die Anlage mit 84 neuen Arbeitsplätzen wurde am Freitag auch im Beisein von Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe und dem Wirtschaftsminister des Landes Wolfgang Fürniß, offiziell in Betrieb genommen. Etwa 300 000 Tonnen Stahlbleche können damit jährlich veredelt werden.

Damit wird die Jahresleistung dieser Sparte bei Eko-Stahl auf 720 000 Tonnen steigen, der Anteil der oberflächenveredelten Produkte wird sich von 45 auf über 60 Prozent erhöhen. Sie werden inzwischen immer häufiger auch in der Automobilproduktion eingesetzt. Eko wurde 1998 von der Volkswagengruppe zum weltweit besten Lieferanten für Feinbleche ausgezeichnet. Die Autoindustrie (Mercedes, BMW, Opel, VW und Skoda sowie die Zulieferer) bildet im Jahr 2000 mit voraussichtlich 27 Prozent Anteil die stärkste Kundengruppe überhaupt. Eko stellt eine Gesamtmenge von 1,23 Millionen Tonnen Flachstahl (Bleche) pro Jahr her, 957 000 Tonnen jährlich beträgt daneben die Herstellung von Vorprodukten für andere Walzwerke.

Im vergangenen Jahr machte Eko einen Umsatz von 1,6 Milliarden Mark, die Zahl der Beschäftigten stieg seit 1996 auch wieder leicht auf 2649 Mitarbeiter (1998). Seit einem Jahr gehört Eko komplett zum belgischen Stahlunternehmen Cockerill-Sambre, das seinerseits eine 75-prozentige Tochter der französischen Usinor-Gruppe ist. In die Modernisierung der Anlagen in Eisenhüttenstadt flossen 1995 bis 1997 über eine Milliarde Mark, zu 60 Prozent aus öffentlichen Fördermitteln. Die neue Verzinkung jedoch ist komplett privat finanziert worden.

Bernard Serin, Vorstandsvorsitzender von Cockerill-Sambre, unterstrich die Führungsverantwortung, die Eko im Rahmen der Gruppe auf dem osteuropäischen Markt übernehmen soll. Bislang arbeitet Eko noch zu 70 Prozent für deutsche Kunden, nur zehn Prozent der Produkte gehen nach Osteuropa. Aber dieser Anteil soll auf 20 Prozent verstärkt werden. Hans-Joachim Krüger, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Eko, verwies darauf, dass von Ende 1998 bis Mitte 1999 ein schwerer Einbruch bei den Erlösen im Stahlmarkt zu verzeichnen war. Die Preise sanken auf etwa die Hälfte des Niveaus von 1995. In den letzten Monaten habe es allerdings wieder einen deutlichen Aufwärtsschub gegeben. Im ersten Halbjahr 1999 gab es daher nur ein ausgeglichenes Ergebnis, im zweiten ein positives. Die 52 Millionen Mark des Vorjahres werden zwar nicht erreicht, aber die Entwicklung sehe wieder besser aus.

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